Materialien für den Unterricht
- Fachzeitschrift Schule & Mission
zum Thema "Kindersoldaten" (Download PDF; 3,3MB) - Fachzeitschrift grenzenlos zum Thema "Frieden" (Download PDF; 5,3MB)
- grenzenlos Themenheft: "20 Jahre Kinderrechte"
kostenlos bestellen >>
„Ich habe mich vor dem Kommandanten gefürchtet“
Weil seine Familie nicht genug zu essen hatte, ging Mauricio zur kolumbianischen Guerilla. Heute kann er wieder in die Schule gehen.

- Foto: Guido Fitz
Du warst 15 Monate lang Kämpfer der Guerilla-Orgsanisation FARC im Dschungel Kolumbiens. Wie kam es dazu?
Ich habe mich freiwillig gemeldet. Meine Familie ist arm, ich habe fünf Geschwister, die alle jünger sind als ich. Mein Vater arbeitete tageweise als Knecht in der Landwirtschaft, meine Mutter kümmerte sich um unseren kleinen Garten und um uns Kinder. Seit Jahren rekrutieren FARC und Paramilitärs in unserem Dorf neue Kämpfer. Sie wissen, dass wir nichts haben. Und sie zahlen gut.
Was waren deine Aufgaben?
Ich musste meistens auf unsere entführten Geiseln aufpassen. Wir brachten sie im Dschungel von Camp zu Camp. Ich hatte eine Pistole und ein Gewehr. Damit hielt ich die Gefangenen in Schach.
Hattest du keine Angst?
Ich habe mich vor dem Kommandanten gefürchtet. Wenn jemand etwas Verbotenes getan hatte, waren die Strafen ziemlich brutal. Einmal hatte ich mich mit einer Geisel ein wenig angefreundet. Ich wurde dabei ertappt, als ich mich länger mit ihr unterhielt. Damals sperrten sie mich für 15 Tage ein.
Hast du deshalb die Waffen niedergelegt?
Nein. Nachdem ich bestraft worden war, diente ich noch ein knappes Jahr. Irgendwann reichte es mir mit den ständigen Märschen durch den Dschungel.
Warum hast du die FARC-Guerilla letztendlich verlassen?
Mauricio: Irgendwann hörte ich von diesem Programm für ehemalige Guerilleros, an dem ich jetzt teilnehme. Da bekommt man eine neue Identität, Geld und eine Ausbildung. In Zukunft hoffe ich, meine Familie mit einem richtigen Job besser unterstützen zu können.

