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Kinderarbeit

Arbeiten im Steinbruch – Kinder in Indien.
Foto: Rolf Bauerdick

Vor Ausbeutung schützen

Rupali wohnt mit ihren Eltern in einem Zelt in der Nähe einer großen Baustelle. Dort arbeitet die ganze Familie. Rupali klopft Steine. Den ganzen Tag, zwölf Stunden lang. Andere Kinder tragen die behauenen Steine in Körben auf dem Kopf zu einer Sammelstelle. Jeder Korb wiegt zehn Kilogramm. Für die Arbeit bekommen Rupali und die anderen Kinder einen kleinen Lohn. Von dem können sie einen Liter Milch und ein Kilo Reis kaufen. Wenn sie nicht ein Mindestmaß an Steinen bearbeiten und transportieren, wird ihnen auch noch Geld abgezogen.

Weltweit arbeiten rund 215 Mio. Kinder, sagt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO, International Labour Organization). Die meisten helfen mit ihrer Arbeit, die Familie zu ernähren. Viel zu viele aber müssen unter schlimmen Bedingungen arbeiten und werden ausgebeutet. Ihre Körper und Seelen bekommen irreparable Schäden, 22.000 Kinder sterben sogar jährlich im Rahmen ihrer Arbeit. Aus diesem Grund setzt sich das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" dafür ein, Kinder vor dieser Art von Arbeit zu schützen. Statt zu arbeiten sollen Kinder eine Schule besuchen können. Nur mit einer ausreichenden Bildung sind Kinder später in der Lage, einer besseren Arbeit nachzugehen und der Armut zu entkommen. Die Hilfsprojekte des Kindermissionswerkes zielen alle darauf Kinder zu stärken: in ihrem Selbstbewusstsein, ihrer körperlichen Entwicklung und ihrer Würde als Mensch.

Mithelfende Arbeit als Chance

Wichtig ist es, zwischen mithelfender Arbeit einerseits und ausbeuterischer und gefährlicher Kinderarbeit andererseits zu unterscheiden. Denn Arbeit ist für Kinder in Entwicklungsländern oft auch eine Chance sich zu profilieren. Besonders Mädchen können durch ihre Fertigkeiten ihre Stellung zum Beispiel in der Familie festigen. Die zentrale Frage zur Unterscheidung richtet sich an die Kinder: Was denken und sagen sie selbst zu ihrer Arbeit?

„Die Arbeit hilft mir, Mensch zu sein", sagt ein Kind des Manthoc-Projektes aus Peru.

Die Tatsache ein Arbeiter zu sein, schafft Bewusstsein für die eigene (wirtschaftliche) Rolle innerhalb einer Gesellschaft, gibt Kraft und Selbstvertrauen und fördert die Entwicklung einer eigenen Identität – vor allem gegenüber "privilegierten" Kindern.

Peru – Arbeitende Kinder

MICANTO - Unterstützung für arbeitende Kinder 
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Madagaskar – Steinbruch-Kinder

Die „Schwestern vom Guten Hirten“ kümmern sich um die Bildung der Kinder im Steinbruch von Itaosy 
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