HIV/Aids in Kambodscha
Höchste Infektionsrate in ganz Asien
Trotz eines leichten Rückgangs in den letzten Jahren ist Kambodscha immer noch das Land mit der höchsten HIV-Infektionsrate in Asien. Nach Angaben von UNAIDS sind aktuell mehr als 130.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Zehntausende kambodschanische Kinder sind mit den Folgen der Krankheit direkt konfrontiert. Sie müssen miterleben, wie ihre Eltern an Aids erkranken und sterben, viele von ihnen sind selbst HIV-positiv.
Ein Großteil der Bevölkerung ohne Zugang zu Aids-Medikamenten
Obwohl antiretrovirale Medikamente seit 2006 mit Unterstützung des Global Funds von der kambodschanischen Regierung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden und Ende 2006 bereits 20.131 Menschen Aids-Medikamente erhielten, hat nach wie vor ein Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, antiretroviralen Medikamenten und den hierfür erforderlichen regelmäßigen Blutuntersuchungen. So beschreibt beispielsweise Edward J. McGovern, Co-Direktor des katholischen Maryknoll HIV/Aids-Programms und Projektpartners des Don Bosco Children Funds, dass lediglich in zwei der 41 Gesundheitsstationen und zwei Krankenhäuser zwischen Phom Penh und der vietnamesischen Grenze, antiretrovirale Medikamente verfügbar sind.
Äußerst schwierig ist darüber hinaus die Überwachung der regelmäßigen Einnahme der Medikamente, die für den Erfolg der ARV-Therapie zwingend erforderlich ist. „Eine regelmäßige Überwachung, wie sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert wird, ist schlichtweg nicht existent“, erklärt Edward J. McGovern. „Viele Menschen in den ländlichen Gebieten Kambodschas wissen bis heute nicht, wie Aids übertragen wird. Die meisten besitzen nicht einmal eine Uhr und haben oftmals kein realistisches Zeitgefühl. Können Sie sich vorstellen, wie schwer es ist, diesen Menschen beizubringen, ihre Aids-Medikamente exakt alle zwölf Stunden einzunehmen?“


