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Diagnose: Armut

Armut und Mangel führen zu Kindersterblichkeit und beeinträchtigen die frühkindliche Entwicklung

Mehr als zwei Drittel der frühen Kindestode könnten mit einfachen Behandlungen verhindert werden. Foto: Silke Fock-Kutsch

Unter- und Mangelernährung, unzureichende medizinische Versorgung und Infrastruktur sowie ungenügende Prävention und Bildung führen zu Krankheiten, Beeinträchtigungen und einer hohen Kindersterblichkeitsrate in Entwicklungsländern. Zwar hat sich nach Angaben der Weltgesundheits- organisation die Sterblichkeitsrate von Säuglingen und Kindern in den vergangenen zwanzig Jahren weltweit fast halbiert, dennoch sterben täglich noch etwa 19.000 Kinder vor ihrem fünften Geburtstag.

Frühen Kindestod mit einfachen Mitteln verhindern

Je unterentwickelter die Region und je ärmer die Familie ist, in die ein Kind hineingeboren wird, desto höher die Gefahr des frühzeitigen Todes. In armen Gegenden Afrikas, Asiens, Ozeaniens und Lateinamerikas fehlt es an Gesundheitszentren, Fachpersonal, Krankenwagen und Medikamenten. Lungenentzündung, Durchfall, Komplikationen nach Frühgeburten und Erstickung bei der Geburt sind die vier Hauptursachen der hohen Sterblichkeitsrate bei Unter-Fünfjährigen. Mehr als zwei Drittel dieser frühen Kindestode hätten mit einfachen Mitteln und Behandlungen verhindert werden können. Unter- und Mangelernährung spielen bei jedem dritten kindlichen Todesfall eine wesentliche Rolle, auch der Mangel an sauberem Trinkwasser in armen Regionen der Welt wirkt sich verheerend aus: Verunreinigtes Wasser überträgt Krankheitserreger und beinhaltet Giftstoffe.

Armut und Mangel führen nicht nur zu hohen Kindersterblichkeitsraten, sie beeinträchtigen bei „überlebenden“ Kindern auch erheblich die frühkindliche Entwicklung. Jährlich bleiben mehr als 200 Millionen Kinder unter fünf Jahren hinter ihren körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklungsmöglichkeiten zurück.Ein ernsthaft erkranktes Kind bedeutet für Eltern nicht nur große Sorgen und Leid. Es kann auch die materielle Lebensgrundlage der ganzen Familie bedrohen. Fahrtkosten zur Gesundheitsstation, Behandlung und Medikamente sind für viele Menschen nur über Verschuldung finanzierbar – Armut und Krankheit als Teufelskreis. Um diesen zu durchbrechen, braucht es nicht nur eine Gesundheitsversorgung, die allen zugänglich ist, sondern auch bessere Sozialversicherungssysteme, faire Arbeitsbedingungen, mehr soziale Gerechtigkeit und mehr Investitionen in Bildung.