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Hintergrund

16 Jahre nach Ende der Apartheid

Kinder im Township Mannenberg. Foto: Alice Smeets/Kindermissionswerk

Südafrika liegt nicht nur mit der Weltmeisterschaft vorn, die es als erstes Land auf dem Kontinent ausrichtet. Das Land am Kap, das drei Mal so groß wie Deutschland ist, ist auch das einzige des Kontinents, das zur Gruppe der 20 wichtigsten  Industrie- und Schwellenländern gehört. Trotzdem gibt es in Südafrika viel Armut – ein großer Teil der Gesellschaft hat weniger als 1,25 Dollar am Tag. Zwar hat sich nach dem Ende der Apartheid eine kleine schwarze Elite herausgebildet. Viele Schwarze sind aber noch ärmer als früher. Offiziell sind etwa 20 Prozent arbeitslos, nicht offizielle Schätzungen hingegen gehen eher von 40 Prozent aus. 16 Jahre nach dem Ende der Apartheid ist die Gesellschaft tief gespalten – immer noch wohnen viele Menschen in den Vierteln, die das Apartheidsregime für sie vorgesehen hatte. „Unser Honeymoon ist vorbei“, sagt Taxifahrer Raymond. Jetzt sei eben der Alltag eingekehrt – wie in einer Ehe. Er weiß wie viele seiner Landsleute, dass es lange dauern wird, die Gesellschaft umzukrempeln.

Fast jeder Fünfte ist HIV-positiv

Die Zirkusschule Zip Zap trainiert mit HIV-positiven Kindern aus dem Township Khayelitsha. Foto: Alice Smeets/Kindermissionswerk

In keinem Land der Welt sind mehr Menschen mit dem HI-Virus infiziert als in Südafrika. Schätzungsweise 5,7 Millionen Menschen tragen es in sich, das sind rund 18 Prozent der Bevölkerung. Das hängt auch damit zusammen, dass die Politik die Gefahr von HIV/AIDS  heruntergespielt hat. Der ehemalige Präsident Thabo Mbeki (1998-2008) beispielsweise leugnete lange Zeit den Zusammenhang von des HI-Virus und AIDS, seine Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang riet den Bürgern von Medikamenten ab. Stattdessen sollten sie besser Zitronensaft, Olivenöl, Knoblauch und Rote Beete zu sich nehmen. Inzwischen hat die Regierung ihre Politik geändert. Sie lässt gratis Kondome verteilen und versorgt fast eine Million Infizierte  mit Medikamenten – knapp die Hälfte derjenigen, die sie bräuchten. Bis Ende 2011 sollen es 80 Prozent sein. Nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung kennen ihren Status. Wer „HIV-positiv“ ist, muss mit Ausgrenzung rechnen.

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Bildungssystem im Umbruch

Eine Schulklasse in Südafrika. Foto: Alice Smeets/Kindermissionswerk

Auch in der Bildung wirkte das überwundene Apartheidssystem noch nach. Zwar gab es während der Apartheid auch schwarze Lehrer. Ihre Aufgabe war es, Schwarze und Farbige zu unterrichten und auf die weniger intellektuellen Arbeiten vorzubereiten. Höhere Bildung war aber Weißen vorenthalten. Nach der Apartheid wurden fast alle weißen Lehrer entlassen. Doch die schwarzen Lehrer waren eben nicht genauso gut ausgebildet. Dieses Problem hat die Qualität der Bildung beeinflusst. Doch das Land bemüht sich, das zu überwinden. Erst kürzlich hat die Regierung das Bildungsministerium in zwei aufgespalten: eins, das sich um Schulen kümmert und ein anderes, das sich um Fachhochschulen, Universitäten und Berufsausbildung kümmern soll. In die Grundschule gehen Südafrikaner bis zum Ende der sechsten Klasse. Nach der zwölften Klasse können die Schüler ihr Abitur machen, die sogenannte Matric.

(cir)

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