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Hauptsache, der Ball rollt!

Wie der Ball aussieht, aus welchem Material er hergestellt ist, wie groß er ist und welches Gewicht er auf die Waage bringt, das alles spielt eine wesentliche Rolle beim Austragen einer Weltmeisterschaft. Für das freundschaftliche Kicken zwischen kleinen und großen Fußballspielern weltweit ist das jedoch ohne Belang.

So wurde in Südamerika schon vor langer Zeit mit Kautschukbällen gespielt. Anderenorts wurde eine aufgeblasene Schweineblase als Fußball benutzt oder Tierhaut mit Federn gefüllt. In Uganda hingegen nutzt man die langen Fasern der verwelkten Bananenstauden. Diese lassen sich einfach vom Stamm abziehen. Sie sind oft über einen Meter lang, etwa zehn Zentimeter breit und haben eine dunkelbraune Farbe.

Fotos (3): aktion hoffnung

So wird ein Bananenblätterball hergestellt:
Um die trockenen Bananenfasern zu Fußbällen verarbeiten zu können, lagern sie nachts meistens draußen vor den Häusern und Hütten. Durch den Tau der Nacht werden sie feucht, die Fasern werden weich und geschmeidig. Das ist ein guter Trick, damit die Bananenblätter beim Einrollen und Wickeln zu einem Ball nicht brechen. Am nächsten Tag basteln die Kinder aus den Fasern einen runden Ball. Das geht ganz flott, denn sie sind wahre Profis:

Bei der Produktion übernimmt jeder einen anderen Teil. Einige Kinder nehmen die langen Fasern und versuchen sie ganz vorsichtig noch einmal auseinanderzuziehen, so dass eine noch dünnere Faser entsteht. Je dünner die Fasern sind, desto mehr Schichten hat der Ball. Je mehr Schichten der Ball hat, desto mehr Luft ist zwischen den einzelnen Schichten und umso runder und weicher wird der Fußball. Außerdem springt er beim Spielen dann auch besser.

Ein anderer Teil der Kinder fängt an, die dünnen Fasern zu rollen und umeinander zu wickeln, so dass im Laufe der Zeit ein runder Ball entsteht. Leider lassen sich die Fasern nicht einfach zusammennähen, wie das bei einem Lederball geschieht. Deshalb braucht man stabile Schnüre, die die Fasern fest zusammenhalten. Auch diese Schnüre werden aus den Bananenfasern gemacht.

Damit beschäftigen sich wiederum andere Kinder. Sie verdrehen möglichst lange, dünne Fasern ineinander. Auf der einen Seite dreht ein Kind nach links, auf der anderen Seite ein anderes nach rechts. Schon rollt sich die breite Faser ein und wird zu einer richtig festen Schnur. Dann werden mehrere Schnüre aneinandergeknüpft. Mit dieser langen Schnur lässt sich ein engmaschiges Netz um den Ball wickeln, und am Ende der kleinen Produktionskette ist ein richtig stabiler Fußball entstanden!

Mehr als 100.000 traditionelle Bälle aus Bananenblättern haben Kinder und Jugendliche aus der Diözese Kiyinda-Mityana in Uganda gebastelt. Jeder dieser Bälle erzählt eine eigene Geschichte. Bei Interesse an den Bällen kontaktieren Sie die aktion hoffnung >>


 

Foto: Gerlinde Lohmann

Und so wird ein „Lumpenball“ hergestellt

Alternativ zu einem Lederball kann leicht ein Ball aus alten Stoffresten hergestellt werden.
Man braucht dazu: einige alte Stoffstreifen, eine Plastiktüte und Kordel. Zuerst füllen die Kinder genügend Stoffreste in die Plastiktüte. Fest verschnürt erhält sie bereits jetzt eine runde Ballform. Nun wird die Tüte etliche Male mit Kordel umwickelt, bis eine stabile Kugel entsteht. Gerade für den Innenbereich (z.B. Turnhalle) ist der Lumpenball hervorragend geeignet.