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Schleuderpreise verdrängen einheimische Bauern

Foto: Pixelio

Auf den ersten Blick eine gute Idee: Reiche Länder verkaufen Lebensmittel billig an arme Länder. Auf den zweiten Blick wird jedoch klar: Die künstlich verbilligten Lebensmittel zerstören die Lebensgrundlage der Bauern in den Entwicklungsländern.

Tomatenmark zu Schleuderpreisen

Ein Beispiel sind die Tomatenpflanzer in Ghana: Südeuropäische Konzerne exportieren Tomatenmark-Dosen in das westafrikanische Land und verkaufen sie dort für 29 Cent. Ghanaische Hersteller dagegen müssen die Dose für 35 Cent anbieten, wenn sie von dem Geschäft leben wollen. Weil sie teurer verkaufen als die Europäer, werden sie vom Markt verdrängt. Eigentlich müssten auch die EU-Bauern einen höheren Preis verlangen, doch dank der EU-Subventionen können sie Tomatenmark zu Schleuderpreisen verkaufen.

Ein weiteres Beispiel ist der Geflügelhandel: Seit einigen Jahren essen die Europäer mit Vorliebe Hähnchenbrust. Was vom Huhn übrig bleibt, verkaufen die Produzenten billig nach Afrika. In Kamerun führte das dazu, dass Importgeflügel im vergangenen Jahr für 1,44 Euro je Kilo angeboten wurde. Das heimische Huhn dagegen kostete 2,40 Euro pro Kilo. Tausende Arbeitsplätze sind laut dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) so verloren gegangen.