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Ohne Wasser geht es nicht
Ob Zähneputzen, Duschen, Trinken oder Teekochen – ohne Wasser geht es nicht. Kein Mensch kann ohne Wasser leben. Trotzdem gibt es mehr als eine Milliarde Menschen, die kein sauberes Trinkwasser haben oder es kilometerweit tragen müssen. Das sind fast 20 Prozent aller Menschen auf unserem Planeten.
Am schlechtesten ist die Wasserversorgung in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Doch in Zahlen gemessen leben die meisten Menschen ohne sauberes Trinkwasser in Asien. Wo es kein Wasser gibt, ist auch oft die sanitäre Versorgung schlecht. Nach Berechnungen der Vereinten Nationen betrifft das 2,6 Milliarden Menschen. Die Folge: Keime und Krankheiten breiten sich aus und beeinträchtigen die Gesundheit. Weil sie unsauberes Wasser trinken oder sich an Fäkalien anstecken, sterben jedes Jahr 1,8 Milliarden Kinder an Durchfall. Es ist eine der Haupttodesursachen für Kinder.
Neben den Kindern beeinflusst die schlechte Wasserversorgung auch das Leben von Mädchen und Frauen besonders stark: Denn sie sind meist diejenigen, die das Wasser beim nächsten Wasserhahn oder anderen Wasserquellen holen müssen. Die Fußmärsche dauern oft lange und diese Zeit fehlt ihnen für Bildung. Und ohne Bildung können sie ihre Situation nicht verbessern.
In Europa und Amerika gab es früher ähnliche Probleme
Im 19. Jahrhundert sah es in Europa und Amerika ganz ähnlich aus: Offene Abwasserleitungen auf der Straße, Kloaken und eine schlechte Versorgung mit trinkbarem Wasser beeinträchtigten die Lebensqualität der Menschen enorm. Doch eine bessere sanitäre Versorgung und die Aufbereitung von Trinkwasser haben das gravierend verändert. So ging die Sterblichkeitsrate der Amerikaner Anfang des 20. Jahrhunderts fast um die Hälfte zurück, in Großbritannien stieg die Lebenserwartung in dieser Zeit um rund 15 Jahre.
Während die Europäer im Durchschnitt pro Kopf 200 Liter Wasser am Tag verbrauchen und die Amerikaner sogar 400, haben viele Menschen nicht einmal das Minimum an Wasser. Das haben die Vereinten Nationen bei 20 Liter am Tag für jede Person festgelegt. Doch viele müssen mit weniger als fünf Liter am Tag auskommen. Der Bedarf im Haushalt macht global gesehen den allerkleinsten Teil des Verbrauchs aus: nur fünf Prozent gehen auf dieses Konto. Viel stärker schlagen Industrie und Landwirtschaft zu Buche.
Die Politiker stehen in der Verantwortung
Wasser sparen ist also eine gute Idee. Wirkliche Veränderungen sind aber eine Sache der Politik. Denn insgesamt betrachtet besteht auf der Welt kein Wassermangel. Das Hauptproblem, so die Vereinten Nationen, ist vielmehr, dass nur wenige Länder die Wasserversorgung als Priorität ansehen. So haben arme Menschen oft nicht nur wenig und schlecht aufbereitetes Wasser, sondern sie bezahlen dafür auch noch mehr als die Reichen im gleichen Land. Und das Geschäft mit dem kühlen Nass wird immer profitabler. Fachleute sehen darin einen Wachstumsmarkt.
Um den Grundbedarf zu sichern, wollen einige den Zugang zu Wasser als Menschenrecht anerkannt sehen. Doch auch hier sind Staaten und internationale Institutionen gefragt. Denn nur sie könnten ein solches Recht durchsetzen.
Claudia Rittel





