Drei Könige bringen Gaben zum Altar
Sternsinger aus Neuss und Korschenbroich beim Neujahrsgottesdienst mit Papst Benedikt XVI.

- Die drei Sternsinger Kai Puschmann (16) aus der Pfarrgemeinde St. Stephanus in Neuss-Grefrath, Gina-Marie Rehberg (12) und Jenny Bienioschek (15), beide aus der Pfarrgemeinde St. Pankratius in Korschenbroich-Glehn, (von rechts) nahmen am Neujahrstag an der Gabenprozession beim Neujahrsgottesdienst mit Papst Benedikt XVI. im Petersdom teil. Foto: Romano Siciliani
„Es war total unglaublich, dass der Papst mich bei den Händen gefasst hat und sich richtig über unser Kommen gefreut hat.“ Die 15-Jährige Jenny Bienioschek aus der Pfarrgemeinde St. Pankratius in Korschenbroich-Glehn war vom Neujahrsgottesdienst mit Papst Benedikt XVI. völlig begeistert. Kein Wunder, gehörte sie doch zu den drei Sternsingern aus Glehn und Neuss-Grefrath, die am Neujahrstag mit ihren Kronen und in ihren Gewändern an der Gabenprozession im Petersdom teilnehmen durften. Neben Jenny, die eine silberne Spendose trug, kamen auch Kai Puschmann (16) aus der Pfarre St. Stephanus in Neuss-Grefrath und Gina-Marie Rehberg (12) aus Glehn dem Heiligen Vater im Vatikan besonders nahe.
„Meine größte Angst war, dass mir beim Gang zum Papst der Sternsingerumhang herunterfällt“, erzählte Gina-Marie nach dem Gottesdienst. „Ich war so nervös, aber der Papst hat uns total nett empfangen“, so die Zwölfjährige weiter. „Neuss ist eine schöne Stadt“, habe der Papst gesagt, nachdem ihm die drei Sternsinger aus dem Erzbistum Köln gesagt hatten, wo sie herkommen. Im Rahmen der Gabenprozession übergaben die Sternsinger dem Heiligen Vater auch eine Hilfe des Kindermissionswerks für Kinder in Not. Msgr. Winfried Pilz, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, regte in einem Begleitschreiben an, die Spende in einer Region der Welt einzusetzen, in der Christen verfolgt werden. Gina-Marie durfte die Ankündigung in einer schmuckvollen Kiste überreichen.
Gesichter der Kinder erinnern an menschliches Gesicht Gottes
„Sehr gut hat mir der Gedanke des Papstes in dessen Predigt gefallen, dass Gott uns sein menschliches Gesicht gezeigt hat und dass die Gesichter der Kinder uns daran erinnern“, sagte Msgr. Pilz nach der Messe zum Hochfest der Gottesmutter Maria und zum kirchlichen Weltfriedenstag. „Beim anschließenden Angelusgebet draußen auf dem Petersplatz hat der Papst vor der großen Menschenmenge die Sternsinger eigens gelobt, dass sie diese Botschaft von Haus zu Haus in die Welt von heute tragen.“ Auch Kai war von der Begrüßung der deutschen Pilger auf dem Petersplatz mindestens so beeindruckt wie von der Messe zuvor: „Er hat in deutscher Sprache ja fast nur von den Sternsingern gesprochen“, freute sich der 16-Jährige aus Grefrath, der im Gottesdienst einen Kelch mit Hostien zum Papst getragen hatte.
Bereits zum sechsten Mal seit 2001 brachten an Neujahr Sternsinger die Gaben für die Eucharistie zum Altar im Petersdom. Die Gruppe aus Neuss und Korschenbroich verbringt bereits ihren dritten Jahreswechsel in Rom und hatte am Mittwoch an einer Papstaudienz teilgenommen. Insgesamt 22 Sternsinger mit ihren Familien sind diesmal dabei.
Ansprache von Papst Benedikt XVI. beim Angelus am 1. Januar 2010
„Mit Freude heiße ich an diesem Neujahrstag alle Pilger und Besucher deutscher Sprache willkommen. Besonders grüße ich die Sternsinger aus dem Erzbistum Köln, die in diesen Tagen die Botschaft der Geburt Christi von Haus zu Haus tragen. Die Sternsinger zeigen uns mit ihrem Tun etwas ganz Wichtiges: Der Glaube will nämlich ausgesprochen und weitergesagt werden. Nur so bleibt er lebendig! Wir wollen unseren Glauben überall verkünden und bezeugen, das wollen wir uns in diesem neuen Jahr als Vorsatz zu Herzen nehmen. Euch und euren Familien wünsche ich ein friedvolles und glückliches neues Jahr!“

