STERNSINGEN > Bustour > Fragen & Antworten

Video: Der Bus aus Afrika

So kam der Bus nach Deutschland

Warum wird der Bus auf einem Anhänger transportiert?

Der Bus lässt sich zwar noch fahren, ist aber für den deutschen Straßenverkehr nicht zugelassen. Deshalb wird er hier auf einem Anhänger transportiert, um von einer Haltestelle zur nächsten zu kommen.

Wo ist der Bus überall in Deutschland unterwegs?

Fünf Monate lang, von September bis Januar, wird der Bus durch alle 27 deutschen Bistümer fahren und dabei eine Strecke von rund 9.000 Kilometern zurücklegen. Dabei macht er Halt in Schulen, in Pfarrgemeinden, auf Marktplätzen und bei großen Sternsingerveranstaltungen. Unter anderem ist der Bus dabei, wenn am Dienstag, 29. Dezember, in Hamburg das 52. Dreikönigssingen bundesweit eröffnet wird. Am 6. Januar wird der Kleinbus pünktlich zum Dreikönigsfest in Berlin bei Bundespräsident Horst Köhler vorfahren. Alle Termine der deutschlandweiten Bustour gibt es hier.

Was für eine Aktion kann meine Gemeinde / Schule zur Bustour machen?

Jede Gemeinde oder Schule, in der der Bus Halt macht, soll sich eine Aktionsidee überlegen. Einige original senegalesische Gegenstände sind im Bus vorhanden:
Mit senegalesischen Wasserschüsseln können Sie ein Wasserspiel veranstalten. Die Kinder können so nachempfinden, wie Kinder im Senegal täglich Wasser über lange Wege transportieren müssen.
Außerdem können Kinder einen Hirsestampfer ausprobieren. Dazu kann Hirse oder anderes Getreide in einen Holzbehälter gefüllt werden. Mit einem langen Stampfer wird dann so lange auf die Hirse gestampft, bis sich die Schalen lösen. Im Senegal wird so täglich Hirse gestampft, diese somit von der Schale getrennt, um daraus anschließend z.B. einen Hirsebrei zu kochen.

Was hat es mit den bunten Wunschzetteln auf sich?

Jeder, der den Bus besucht, kann im Inneren einen bunten Zettel mit einem Wunsch für die Kinder dieser Welt hinterlassen. Die bunten Zettel können auch in einer mitgebrachten „Färbe-Waschtrommel“ selber eingefärbt werden. Die verschiedenen bunten Zettel stehen symbolisch für die vielen unterschiedlichen Wege, die die Kinder im Senegal und in vielen anderen Ländern jeden Tag zurücklegen müssen, um an Nahrung und Trinkwasser zu gelangen, oder die Schule zu erreichen. Am Ende der Tour soll der Bus innen genauso bunt sein wie außen! Am 6. Januar 2010 werden die bunten Wunschzettel symbolisch an Bundespräsident Horst Köhler übergeben, wenn der Bus am Schloss Bellevue in Berlin beim traditionellen Sternsingerempfang mit dabei ist. 

Warum hat das Kindermissionswerk ausgerechnet einen Bus aus dem Senegal nach Deutschland geholt? Und warum tourt er durch Deutschland?

Das Beispielland der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen ist der Senegal. Bei den Vorbereitungen auf das Land und die Sternsingeraktion haben die Mitarbeiter des Kindermissionswerks im Senegal die bunten Busse entdeckt. In dem afrikanischen Land fahren tausende solche Busse und vereinfachen so den Menschen lange Wege.  So war die Idee geboren, einen original senegalesischen Taxibus durch Deutschland touren zu lassen, um auf die Situation der Kinder im Senegal und auf das Anliegen der Sternsinger aufmerksam zu machen.
Stünde der Bus nur in Aachen, könnten ihn nur wenige Sternsinger sehen. Durch die bundesweite Bustour bekommen viele Sternsinger und Interessierte die Gelegenheit, sich über den Senegal und die Aktion Dreikönigssingen zu informieren.

Wie lange hat es gedauert, bis der Bus aus dem Senegal in Deutschland angekommen ist?

Am 30. Mai 2009 wurde der Taxibus in Dakar, der Hauptstadt des Senegals, auf das riesige Schiff MS Buenos Aires verladen. 14 Tage später kam das Schiff in Antwerpen an. Nach einer kurzen Pause im Hafen wurde der Bus auf einen Anhänger verfrachtet und erreichte knapp zwei Stunden später Aachen. 

Was kann zu den technischen Daten gesagt werden? Also wie groß ist er, wie schwer, wie alt usw.?

Der bunte Taxibus der Marke Renault Saviem SG2  ist mindestens 33 Jahre alt und wurde erstmalig am 31. Dezember 1976 im Senegal zugelassen. Wahrscheinlich ist, dass er vorher auch schon in Europa als Fahrzeug genutzt wurde. Er ist 2.4 Tonnen schwer, 2.90 Meter hoch, hat eine Länge von 5.04 Metern und ist 2.08 Meter breit. Offiziell sind 25 Sitzplätze zugelassen, wobei im Senegal deutlich mehr Menschen in den Taxibussen mitfahren.

Gibt es im Senegal Haltestellen und Fahrpläne für die Busse?

Nein, richtige Haltestellen und Fahrpläne wie bei uns in Deutschland gibt es im Senegal nicht. Hinten im Bus ist ein Busbegleiter, der lauthals das Fahrtziel bekannt gibt. So wissen die Menschen auf der Straße, wohin dieser Bus fährt. Wer einsteigen will, gibt dem Busbegleiter ein Zeichen. Der wiederum gibt dem Busfahrer ein Zeichen, dass dieser langsamer fahren soll. Neue Fahrgäste müssen auf den langsam fahrenden Bus aufspringen.

Müssen die Menschen im Senegal für die Fahrt mit dem Bus bezahlen?

Ja, das müssen sie. Es geht jedoch nicht ganz so geordnet zu wie in deutschen Bussen. Die Passagiere steigen von hinten in den Bus ein, wo ein Busbegleiter verantwortlich dafür ist, im Gedränge das Fahrgeld abzukassieren.

Warum führt eine Leiter auf das Dach des Busses und warum ist dort ein Geländer befestigt?

Bei Überlandfahrten wird das Gepäck auf dem Dach transportiert, wenn im Bus selbst nicht mehr genug Platz ist. Über die Leiter können die Fahrgäste ihr Gepäck auf das Dach bringen. Das Geländer verhindert, dass Koffer, Taschen und andere Gegenstände während der Fahrt vom Dach fallen und bietet auch die Möglichkeit, die Gepäckstücke mit einem Seil zu befestigen, um sie zusätzlich vor dem Herunterfallen zu sichern.

Warum hat der Bus keine Fensterscheiben und was passiert bei Regen?

Der Bus hatte im Original keine Fenster, da er komplett geschlossen war. Die Fenster, so wie sie jetzt sind, wurden nachträglich aus dem Blech ausgeschnitten, so dass mehr Luft ins Businnere gelangen kann und die Menschen während der Fahrt auch rausgucken können. Fensterscheiben gibt es jedoch nicht, da es im Senegal die meiste Zeit des Jahr warm ist und so Fensterscheiben nicht zwingend benötigt werden.
Nachträglich wurde auf beiden Seiten über den Fenstern eine graue Plane befestigt. Bei Regen wird die Plane einfach heruntergelassen und schützt so die Fahrgäste des Busses vor dem Wasser.

Was steht vorne und hinten auf dem Bus?

Im Senegal steht vorne auf vielen Taxibussen „Alhamdoulilahi“ und auf der Rückseite „Dieu Merci“ und „Yalla Yana“. Auf Arabisch, Französisch und Wolof (westatlantische Sprache, die von rund 40 Prozent der Senegalesen als Muttersprache gesprochen wird) bedeuten diese Ausdrücke  soviel wie „Wir danken dem Herrn“ oder „Gott sei gedankt“. Diese Aussprüche drücken die tiefe Religiosität vieler Senegalesen aus.

Wie kommt der Bus auf den Anhänger?

Am Anhänger gibt es zwei Kurbeln mit einer langen Stahlschnur, die am Bus befestigt wird. Durch das Kurbeln wird die Stahlschnur aufgewickelt, so dass der Bus gezogen wird. Der Anhänger kann gekippt werden, so dass der Bus wie auf eine Rampe fahren kann. Martin Kuenen, der Fahrer während der Bustour, freut sich jedoch über jeden fleißigen Helfer, der mit anpackt. Mit Sicherungsgurten wird der Bus festgezurrt, damit er während der Fahrt stabil auf dem Anhänger steht.