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Ein Ofen macht Schule
Der alte Topf dient nur noch als Stauraum
Der alte Kochtopf der Familie steht in der hintersten Ecke der Hütte. Schälchen und Tassen türmen sich darin. Der große Topf wird nur noch als Stauraum verwendet, zum Kochen hat er ausgedient. Stattdessen benutzt die Familie seit einigen Wochen einen Energiespar-Ofen, den ersten in ihrem Dorf. „Wir haben uns bereit erklärt, den neuen Ofen zu testen“, erzählt Aicha. Dass sie ihn nicht wieder hergeben würden, war schon nach dem ersten Testkochen klar.
„Er funktioniert wirklich super“, sagt Aicha. „Mit der gleichen Menge Holz, die wir früher zum Kochen einer Mahlzeit gebraucht haben, können wir jetzt fünf kochen, mindestens. Und schneller geht es auch noch!“ Aicha schiebt ein paar Holzscheite in die kleine Öffnung am Fuß des Ofens und zündet das Feuer an. Keine fünf Minuten später macht sich verführerisch duftender Dampf in der Hütte breit. „Heute gibt es Hirse mit Fisch“, sagt sie. „Mein Lieblingsessen!“
Entlastung für Kinder und Umwelt
Die Idee mit dem Energiespar-Ofen hatte Schwester Margaret. Die Australierin vom Orden der Missionsschwestern „Unserer lieben Frau“ lebt schon seit mehr als zwanzig Jahren in Ndondol und weiß, wie viel Zeit und Mühe das Holzsammeln die Mädchen kostet: „Sie müssen oft sehr weite Wege zurücklegen, um genug Holz zu finden. Ich freue mich, dass der Energiespar-Ofen so gut funktioniert und hoffe, dass schon bald möglichst viele Familien in Ndondol damit kochen werden. Das wird die Mädchen entlasten“, sagt sie. Und noch einen zweiten Vorteil haben die Öfen: Bäume sind besonders im Norden des Senegals wertvoll und werden immer weniger. „Es ist sehr schwierig, die jungen Triebe vor den hungrigen Ziegen zu schützen“, erklärt Schwester Margaret. „Deshalb wachsen nicht so viele Bäume nach, wie Holz gebraucht wird. Je weniger Holz zum Feuermachen geschlagen wird, desto besser. Die neuen Öfen entlasten die Mädchen und die Umwelt.“
Aicha isst den letzten Bissen Fisch und stellt ihren Teller hin. „Das war lecker!“ sagt sie. Mit dem Abwasch ist heute zum Glück ihre Schwester an der Reihe. Aicha macht es sich unter dem großen Baum vor der Hütte gemütlich und packt ihre Schulsachen aus. Sie muss noch Hausaufgaben machen: Französisch. „Französisch ist mein Lieblingsfach“, sagt Aicha. „Und ich muss es gut können, denn später, nach der Schule, möchte ich Lehrerin werden und selbst Französisch unterrichten.“




