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Sebastian Ulbrich
Leiter „Aktion Dreikönigssingen“
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Nicaragua in Bildern
Von Revolutionären, Schaukelstühlen und qualmenden Vulkanen
Mit einer Fläche von 130.370 Quadratkilometern ist Nicaragua der größte Staat Mittelamerikas und etwa ein Drittel so groß wie Deutschland. Nicaragua grenzt an den Pazifischen Ozean und das Karibische Meer. Honduras liegt im Norden, Costa Rica im Süden.
Nicaragua wird das Land der tausend Vulkane genannt. In Wirklichkeit gibt es nur 28. Sieben sind aktiv, darunter der Masaya. Sein rauchender Krater ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen.
Auf Wandgemälden wird Geschichte lebendig: Rechts im Foto der Namensgeber der heute regierenden Sandinisten, Augusto César Sandino, der Anfang des 20. Jahrhunderts für die Unabhängigkeit Nicaraguas kämpfte.
Gallo Pinto, "gefleckter Hahn", heißt das nicaraguanische Nationalgericht. Hühnchen wird man darin vergeblich suchen: Das Gericht besteht aus Reis, Bohnen und Zwiebeln, die in einer Pfanne vermischt werden.
Ob im Wohnzimmer oder auf der Straße vor dem Haus: Die Nicaraguaner entspannen sich am liebsten in Schaukelstühlen. Die gibt es im ganzen Land in allen Größen und Formen.
Der 15. Geburtstag ist ein besonderer Tag für nicaraguanische Mädchen. Er bezeichnet den Übergang vom Kind zur Frau. Wie Prinzessinnen kleiden sich die Mädchen zu diesem Anlass. Familien, die es sich leisten können, feiern ein großes Fest.
"Pitos" heißen die bunten Vogelflöten aus Ton. Am 7. Dezember erklingen sie zu Ehren Mariens am Vorabend von Mariä Empfängnis. Nachbarn und Freunde feiern gemeinsam in den Straßen. Bis tief in die Nacht ertönt der fröhliche Lärm von Rasseln und Flöten.
Córdoba heißt die offizielle Landeswährung Nicaraguas. Auf der Straße bieten Coyotes, offizielle Geldwechsler, ihre Dienste an.
Pferde spielen eine wichtige Rolle in Nicaragua. Auf Pferdeparaden werden die prächtigsten Tiere zur Schau gestellt, und beim Rodeo zeigen "Cowboys" ihr Können. Im Alltag halten sie zu Pferd ihre Rinderherden zusammen.
Der Tanz der Riesin "La Gigantona" und des Zwerges "El Enano Cabezón" wird gern vor Touristen aufgeführt. Er ist zur Zeit der spanischen Besatzung entstanden und macht sich über die Kolonialherren lustig.
In Nicaraguas Urwäldern leben eine Reihe von Wildtieren, etwa verschiedene Affenarten, Ozelote, Waschbären, Leguane, Chamäleons, Riesenschlangen, Frösche, Schmetterlinge, Tukane und Kolibris. Das Dreifinger-Faultier fühlt sich in den tropischen Regionen wohl.
In Granada scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu geben: Kein Haus darf die gleiche Farbe haben wie das Nachbarhaus. Die bunten Häuschen stammen meist noch aus der Kolonialzeit.
Besonders auf dem Land haben viele Familien nicht mehr als eine notdürftig aus Pappen, Holz und Wellblech gezimmerte Hütte zum Wohnen, oft ohne Strom oder fließendes Wasser.
Mit dem Bus kommt man in Nicaragua gut von einem Ort zum anderen. Das Gepäck kommt aufs Dach, ein Passagierlimit scheint es nicht zu geben. Doch egal wie voll der Bus ist, Snackverkäufer finden an den Haltestellen immer einen Weg durch den engen Mittelgang.
Nicaragua ist ein sehr fruchtbares Land. Alle erdenklichen Obstsorten wachsen hier, etwa grün stachelige Guanábana, Drachenfrüchte und Papayas. Mangos genießen die Nicaraguaner am liebsten mit Essig und Salz.
Neben Kaffee wird Zuckerrohr für den Export angebaut, vor allem zur Produktion von Bioethanol. Die Zuckerrohr verarbeitende Industrie ist ein bedeutender Arbeitgeber, doch zu einem hohen Preis: Die Anbaumethoden belasten Böden und Grundwasser. Viele Arbeiter und ihre Familien erkranken.
"Mar dulce", süßes Meer, lautet der Spitzname des Nicaraguasees. Mit einer Fläche von 8.624 Quadratkilometern wirkt der größte Binnensee Mittelamerikas wirklich wie ein Meer. Über 400 Inseln werden vom See umspült, darunter die bewohnte Vulkaninsel Ometepe.



