Ein Zuhause für Kinder in Westsibirien
Hilfe für Waisenkinder, Babys und ihre Mütter in Novosibirsk

- Schwester Elisabeth Jakubowski (rechts), eine Ordensfrau aus Aachen hat den Babyhilfsfonds in Westsibirien ins Leben gerufen. Junge allein erziehende Mütter mit ihren Babys finden in den Mutter-Kind-Zentren in Omsk, Ischim und Novosibirsk in ihrer Not Hilfe durch Rat und Tat.
Fotos: Kindermissionswerk
„Es ist hart zu sehen, wie viele Kinder hier auf der Straße leben.
Findelkinder werden vor der Kirchentür abgelegt. Die kann ich doch nicht einer ungewissen Zukunft überlassen!” berichtete Franziskanerpater Saulus Betautas im Jahr 1989 aus dem sibirischen Novosibirsk und legte damit den Grundstein für das Kinderheim Sankt Nikolaus, die Mutter-Kind-Zentren und den Babyhilfsfonds der Caritas in der westsibirischen Diözese.
Das Ende der Sowjetunion brachte den Menschen in Russland nicht nur Freiheit und neue Lebenschancen. Viele finden sich nach dem Umbruch der gesellschaftlichen Ordnung in Armut und anhaltender Arbeitslosigkeit wieder. Alkohol- und Drogenprobleme, wachsende Kriminalität und Gewalt in den Familien sind die Folgen. Die Kinder und Jugendlichen finden in ihren Familien kaum Rückhalt und bleiben sich selbst überlassen. Viele Mädchen und junge Frauen flüchten sich in eine Partnerschaft. Werden sie schwanger, zerbricht die Beziehung der oft noch Minderjährigen meist schnell. Sie verlieren ihren Arbeitsplatz und können das Zimmer, in dem sie zur Untermiete wohnen, nicht mehr zahlen.
Marina war gerade mal 16 Jahre alt, als ihre Großmutter, beider sie aufgewachsen war, starb. Der Traum von einer eigenen Familie ist schnell ausgeträumt, als der Vater ihres kleinen Sohnes Alexander sie verlässt. Im Mutter-Kind-Zentrum der Caritas findet sie Hilfe. Hier lernt Marina Säuglingspflege, Kochen und Nähen, kann Kindersachen, Babywagen und Kinderbettchen leihen. Aus dem Babyhilfsfonds bekommt sie einen monatlichen Zuschuss für Babynahrung und einen Krippenplatz, der sonst nicht zu bezahlen wäre. Das staatliche Kindergeld beträgt lediglich 2,30 Euro – monatlich. Die Schwestern, die das Kinderheim und das Zentrum leiten, helfen auch bei der Suche nach einem Arbeitsplatz und sind als „Oma” da, wenn das Mutter-Sein mal zu groß für die Seele der jungen Frauen ist.
Das Kinderheim Sankt Nikolaus
liegt direkt am Ufer des Ob im sozialen Brennpunkt Novosibirsks. Dort finden Waisen und Kinder, deren Eltern das Sorgerecht entzogen wurde, ein neues Zuhause. Rund 50 Kinder zwischen drei und 18 Jahren leben in kleinen Gruppen wie Familien zusammen. Das pädagogische Konzept des Heimes ist mittlerweile Vorbild für die staatlichen Kinderheime der Region. Um weitere Kinder aufnehmen zu können braucht das Heim unsere Unterstützung.
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