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Reiseberichte aus aller Welt

Im Kampf gegen Kinderarmut

Ein warmes Essen steht immer auf dem Tisch

Umgerechnet 200 bis 250 Euro im Monat braucht eine vierköpfige Familie in der Ukraine zum Leben. Der Durchschnittsverdienst eines Arbeiters liegt jedoch bei nur 30 Euro, der offizielle Mindestlohn bei 61 Euro. So fehlt das Geld für Miete und Heizung, oft auch schon für ein warmes Essen. Gewalt, Alkohol und Drogen zerstören viele Familien, Kinder werden vernachlässigt. Sie sind die Opfer einer sozialen Katastrophe. In allen Städten der Ukrainegehören obdachlose Kinder zum Straßenbild. Weil sie die Armut und Gewalt in ihren Familien nicht mehr ertragen, fliehen sie auf die Straße. Manche gehen zum Übernachten nach Hause, andere richten sich in Bretterverschlägen oder den Schächten der Fernwärmeleitungen ein.

 

Warme Mahlzeiten – ein Luxus
Berdjansk ist Hafenstadt, Kurort und Industriezentrum – und trotzdem lebt eingroßer Teil der 120.000 Einwohner in Armut. „Die materielle Situation vieler Familien ist tragisch“, schreibt der Direktorder Caritas-Spes. „Die meisten sind nicht mehr im Stande die Grundmiete oder Gas und Strom zu bezahlen. Für viele ist schon eine einzige warme Mahlzeit am Tag zum absoluten Luxus geworden.“ Die alltägliche Not zerrt an den Nerven, ein normales Familienleben ist oft einfach nicht mehr möglich.

Um die Nöte des Alltags zu vergessen, können Kinder im Zentrum in Berdjansk malen und spielen.

Geborgenheit und Zeit zum Spielen
Damit Kinder nicht auf der Straße landen, hat die Caritas-Spes Berdjansk im November 2002 das Zentrum „Quo Vadis“ eröffnet. Jeden Tag kommen rund 50 Kinder im Alter zwischen vier und 15 Jahren aus zum Teil völlig verarmten Familien ins Zentrum. Fünf ausgebildete Betreuer kümmern sich liebevoll um die Mädchen und Jungen. Ein warmes Essen steht auch immer auf dem Tisch. Der Alltag im Zentrum ist bunt und abwechslungsreich; es wird gesungen, getanzt, gebastelt und gemalt. Die Jüngeren lernen lesen, schreiben und rechnen, die Älteren den Umgang mit Computern und die Pflege von Tieren. Schulkinder machen unter Aufsicht ihre Hausaufgaben. An Feiertagen organisieren Kinder und Betreuer kleine Feste, zu denen auch die Angehörigen der Kinder ein geladen werden. Ziel ist es, das Lebensumfeld der Kinder so zu verbessern, dass sie in ihren Familien bleiben können. Hierfür hat die Caritas-Spes ein zusätzliches Betreuungs- und Unterstützungsprogramm für die Familien aufgebaut. Das Gebäude, ein ehemaliger städtischer Kindergarten, ist alt. Zwar wurden im Laufe der Zeit Teile renoviert. Einige Räume haben jedoch bis heute keine Heizung und alte, undichte Fenster. Die Caritas-Spes hat nun das Kindermissionswerk um Hilfe für Renovierungsarbeiten gebeten. Mit unserer Unterstützung sollen die Fundamente des Gebäudes verstärkt, weitere Fenster erneuert, Außenwände und Decken wärme isoliert sowie die Elektroleitungen ausgebessert werden.


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