Südafrika: Sizanani – „Lasst uns einander helfen“

Unterstützung für behinderte Kinder in Südafrika

Gemeinschaft: Die Kinder lernen im Spiel, sich gegenseitig zu helfen.

Eine Autostunde östlich von Südafrikas Hauptstadt Pretoria liegt Sizanani. „Lasst uns einander helfen“ bedeutet das Wort in der Zulu-Sprache. Hilfe erfahren in Sizanani geistig und körperlich behinderte Kinder und junge Erwachsene im Alter von sieben bis dreißig Jahren. In einem Heim und einer Schule werden sie entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten betreut und gefördert. Viele sind Waisen oder wurden als Baby ausgesetzt; manche müssen gefüttert, angezogen und gewaschen werden – alle brauchen sie Liebe und Akzeptanz.

Armut kann Behinderung verursachen
Die weit verbreitete Armut in den Townships Südafrikas führt vor allem bei Kindern oft zu Ernährungs- und Wachstumsmängeln. Zusammen mit der oft unzureichenden Versorgung mit Vitaminen und Mineralien sind diese sozialen Faktoren ein Grund dafür, dass in Südafrika jährlich etwa 160.000 geistig behinderte Kinder geboren werden. Untersuchungen einer südafrikanischen Universität haben außerdem ergeben, dass der Anteil geistig behinderter Kindern in der schwarzen Bevölkerungsgruppe überdurchschnittlich hoch ist.
Die Versorgung und fachliche Förderung dieser Kinder ist meist schlecht. In Südafrika gibt es keinen funktionierenden Basisdienst für Gesundheit im Allgemeinen und soziale Problemfälle im Besonderen. Erschwerend kommt hinzu, dass behinderte Kinder in der südafrikanischen Gesellschaft kaum akzeptiert sind. Vielfach werden ihnen elementare Rechte vorenthalten. Oft schämen sich die Eltern der Kinder, kümmern sich nicht ausreichend um sie, verstecken oder verlassen sie.

Integration: In Sizanani leben Kinder mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen.

Die Dinge des Alltags lernen
Nicht so in Sizanani. Um geistig und körperlich behinderten Kindern helfen und sie so umfassend wie möglich fördern zu können, wurde 1993 in Sizanani ein Heim für sie gebaut. Die Kinder, die hier betreut werden, kommen nicht nur aus den nahen Townships, sondern aus der ganzen Provinz Gauteng sowie aus der Nachbarprovinz Mpumalanga. Die Einrichtung in Sizanani ist weit und breit eins der wenigen Heime für Kinder mit Behinderungen. Da die Kinder in Sizanani unterschiedlich stark und teilweise mehrfach behindert sind, werden sie in verschiedenen Wohngruppen untergebracht. Die Häuser tragen Namen wie Thokozani (»Freude«), Botshabelo (»Sonnenaufgang«) oder Ekukhanyeni (»Helligkeit«). Freude am Leben spielt eine wichtige Rolle in der Pädagogik von Sizanani.

Auch therapeutisches Reiten gehört zu den Angeboten des Behindertenzentrums.

In Würde leben
Auch wenn viele der Jungen und Mädchen es nicht schaffen, Lesen und Schreiben zu lernen, so trainieren sie in Sizanani die praktischen Dinge des Alltags: Essen, Anziehen, Schuhe binden, etc. So werden sie in ihrer Selbständigkeit gefördert und bestärkt. Im Rahmen der Therapieprogramme hilft ein Teil der Kinder in der Töpferei und der Weberei der Einrichtung mit. Dort stellen sie Teppiche, Kerzenhalter, Tongefäße und andere Kunstwerke her. Am wichtigsten ist den Mitarbeitern in Sizanani aber vor allem eins: dass die Jungen und Mädchen mit Freude und Zufriedenheit in Würde leben können.


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