Madagaskar: Leben mit der Trockenheit
Die Diözese Toliara liegt im Südwesten Madagaskars, in einer der ärmsten Regionen der Insel. In kleinen Dörfern tief im Busch leben die meisten Menschen von der Fischerei und der traditionell betriebenen Landwirtschaft. Es gibt nur wenig Infrastruktur.
Die Trockenheit ist das größte Problem in der Region: Es fällt nur wenig Regen zwischen Dezember und März, und die zunehmende Erosion des Bodens führt zu immer geringeren Ernteerträgen. Im Zuge der Kolonialisierung sind zudem alte Anbaumethoden in Vergessenheit geraten. Reis und Mais, die für ein gutes Wachstum sehr viel Wasser brauchen, sind heute die gängigsten Nutzpflanzen. Immer wieder kommt es zu Versorgungsenpässen, und das Welternährungsprogramm hat den Südwesten Madagaskars schon lange auf seiner Liste der Krisenregionen.
Mangelhafte Schulbildung
Ein weiteres großes Problem ist die unzureichende und durch den Staat völlig vernachlässigte Schulbildung der Kinder. Mehrere Orden und das Schulprogramm der Diözese haben mittlerweile in verschiedenen Dörfern 44 kleine Zwergschulen für jeweils 50 - 150 Kinder errichtet. Doch ohne pädagogische Ausbildung und oft sogar ohne eigenen Schulabschluss haben die Lehrer es schwer. Das wenige Geld, das sie verdienen, reicht zudem kaum zum Leben.
Schulen für das Leben
Vor drei Jahren hat die AGEH-Kraft Pia Schanne ein ganz besonderes Ausbildungsprogramm ins Leben gerufen: Die Lehrer sollen besser ausgebildet und vernetzt und die Lehrpläne an die Lebensbedingungen der Kinder angepasst werden. Ihre Zukunft als Landwirte steht auf dem Spiel. Deshalb entschied sich Pia Schanne, schon bei den Kindern ein Bewusstsein für die veränderten klimatischen Bedingungen in Madagaskar zu schaffen. Angepasste Landwirtschaft, Arbeit in eigens errichteten Schulgärten und das Wiedererlernen ursprünglicher Anbaumethoden stehen seitdem auf dem Lehrplan.
In den Gärten lernen die Kinder auch den Anbau von Pflanzen, die der Trockenheit standhalten und den Boden nicht zu sehr auslaugen – ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Unterernährung. Pia Schanne selbst ist mittlerweile zurück in Deutschland, begleitet das Programm aber von hier aus weiter.






