Chancen schenken
Hilfe für Gefängniskinder auf den Philippinen
Mehr als 1,5 Millionen Kinder auf den Philippinen leben auf der Straße. Extreme Armut, häusliche Enge und überforderte Eltern sind sicher die häufigsten Gründe, warum Kinder sich für ein Leben ohne ihre Familie entscheiden. Weil immer mehr Kinder von zu Hause weglaufen, griff die philippinische Regierung vor einigen Jahren zu drastischen Maßnahmen: Da in dem Inselstaat auch Kinder strafmündig sind, wurden immer mehr Straßenkinder verhaftet. Innerhalb weniger Jahre füllten sich die Gefängnisse der Städte, die jüngsten Insassen waren gerade neun Jahre alt. Im Jahr 2007 wurde dann die Strafmündigkeit von neun auf 14 Jahre angehoben. Viele Kinder, die wegen Kleinstdelikten im Gefängnis saßen, wurden von einem auf den anderen Tag entlassen. Verwahrlost und orientierungslos, landeten sie erneut auf der Straße. Um diesen Kindern eine neue Perspektive zu geben, haben Maristenbrüder in General Santos ein Programm ins Leben gerufen, das auf ihre besonderen Bedürfnisse zu - geschnitten ist.
Ein neues Zuhause für 120 Jungen und Mädchen
In dem Zentrum der Stiftung "Marcellin" herrscht eine familiäre Atmosphäre. Rund 120 Mädchen und Jungen haben hier im Jahr 2007 ein neues Zuhause gefunden. Psychologen helfen den oft traumatisierten Kindern dabei, Erlebtes zu verarbeiten. Besonderes Augenmerk legen die Maristen auf die schulische Förderung der Kinder, denn der Großteil von ihnen hat zuvor nie eine Schule besucht. Im Zentrum lernen die Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen, damit sie in der Lage sind, eine staatliche Schule zu besuchen. Die Jugendlichen erhalten eine Berufsausbildung. Zur Weiterführung des Programms bitten die Brüder um Unterstützung bei der Übernahme von Schul- und Ausbildungskosten, den Kosten für Ernährung und medizinische Versorgung der Kinder sowie für Rechtsbeihilfen zur juristischen Betreuung angeklagter Kinder.
Millionen Kinder wachsen ohne Liebe und Fürsorge einer Familie auf
Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit etwa 33 Millionen Kinder auf der Straße leben. UNICEF hingegen spricht von 100 Millionen. Den Unterschied macht die Definition des Begriffs. Bezeichnet man als Straßenkinder nur jene Kinder, die keinen Bezug zu ihrem Elternhaus haben? Oder zählt man auch diejenigen hinzu, deren Lebensmittelpunkt die Straße ist, die dort mit Arbeit ihr Überleben sichern, die aber zum Schlafen nach Hause gehen? Ungeachtet der Definition ist sicher, dass jedes Jahr Millionen von Kindern ohne die Liebe und Fürsorge einer Familie aufwachsen müssen und schutzlos der Gewalt und Kriminalität auf der Straße ausgeliefert sind. Das Kindermissionswerk unterstützt weltweit Rehabilitierungsprogramme für Straßenkinder und setzt sich besonders dafür ein, dass sie eine Schulausbildung erhalten und in Familien integriert werden.
Rehabilitierungsprogramm für Gefängniskinder auf den Philippinen
Projektnummer:
D 07 1329 008
Projektpartner:
Marcellin Foundation, Br. Crispin Betita FSM
Unsere Hilfe:
59.000 Euro








