Bausteine für den Wortgottesdienst
In der Adventszeit oder in den Weihnachtstagen
Anspiel
Bezug: Geschichte des Weltmissionstags
Vorbereitung
- eine Bushaltestelle (evtl. Schild am Ambo)
- ein Bus (2 Stühle)
- das Weihnachtsbild in der Kirche (Weltmissionstags-Plakat an einer Stellwand)
Bushaltestelle
Ein Mädchen wartet. Ein Junge kommt traurig hinzu. Er trägt ein Balafon (kleines Xylofon) unter dem Arm.
Junge: Hallo, Majula.
Majula:Hallo, Tijan, was ist los?
Tijan: Ich haue gerade ab! Keiner hört mir zu – weder mein Vater noch meine Mutter. Sie sind nur mit den neugeborenen Zwillingen beschäftigt.
Majula:Aber wo willst du hin?
Tijan: Erstmal in die Stadt. Ich will weiter in die Schule gehen und Musiker werden. Darum werde ich mich morgen gleich kümmern.
Majula: Aber morgen feiern wir Christen Weihnachten, und das ist im ganzen Senegal ein Feiertag.
Tijan:Ach, das habe ich ganz vergessen. Bei uns im Dorf sind ja fast alle Muslime. Aber ich würde auch gern mal Weihnachten mitfeiern.
Majula:Ah, da kommt endlich der Bus. Willst du wirklich mitfahren?
Tijan:Ja klar.
Beide steigen ein.
Bus (2 Stühle)
Majula:Ich werde immer von einer Freundin zum Zuckerfest eingeladen. Da gibt’s ja noch mehr Süßigkeiten als Weihnachten bei uns.
Tijan: Ja, Zuckerfest feiern, das macht richtig Laune. Da wird geredet, gegessen und Musik gemacht.
Majula: Mein Onkel ist schon ganz viel in der Welt herumgekommen, und der sagt, das sei bei uns etwas ganz Besonderes, dass Christen und Muslime so friedlich zusammenleben. Dass es hier im Senegal muslimische und christliche Feiertage gibt und dass sich die Menschen gegenseitig zu ihren Festen einladen.
Tijan:Warum machen die Leute das denn nicht überall? Es ist doch toll, die Feste der anderen Religion kennen zulernen und mitfeiern zu können. Ich weiß eigentlich auch nicht genau, was bei euch Weihnachten bedeutet.
Majula:Ich hab’ eine Idee. Wir steigen an der nächsten Haltestelle aus, und ich zeige dir das Bild von Weihnachten,das in unserer Kirche hängt. Sie steigen aus und gehen zum Plakat des Weltmissionstags der Kinder.
Tijan: Das sieht ja aus, wie bei uns im Dorf! Und was ist das für ein Baby?
Majula:Das ist Jesus. Weihnachten ist sein Geburtstagsfest. Seine Eltern mussten das neugeborene Baby in eine Futterkrippe legen, weil ihnen keiner einen Platz zum Schlafen geben wollte. Aber alle waren zu diesem großen Fest eingeladen – Hirten, Tiere, sogar Könige, alle eben. Und jetzt auch wir. Denn Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, weil er es mit jedem von uns gut meint.
Tijan: Ja, das feiern wir auch bei unseren Festen: dass Gott uns lieb hat.
Majula: Übrigens: Als dieser Junge so alt war wie du, ist er auch abgehauen. Er hatte wohl auch das Gefühl, dass seine Eltern ihn nicht verstehen. Aber sie waren total froh, als sie ihn endlich wiedergefunden haben. Komm, lass uns jetzt zu uns gehen. Dort wartet schon das Festessen. Du bist eingeladen!
Die Kinder gehen weg.
Alle Kinder werden eingeladen, nach vorne zu kommen und sich vor das Weihnachtsbild zu stellen.
Xylofon-Vorspiel – Lied mit allen Kindern
Vorschläge: „Laudato si“ oder „Kinder finden neue Wege“
Bibeltexte zur Auswahl
Besuch der Hirten an der Krippe:
Lk 2,6b-20
Der zwölfjährige Jesus unter den Lehrern:
Lk 2,41-50
Fürbitten
Die Skizze eines Busses wird an eine Stellwand geheftet. Die Kinder werden aufgefordert, Dinge zu nennen, die man unbedingt im Gepäck haben muss, damit ein friedliches und harmonisches Miteinander der Religionen gelingen kann. Die Begriffe werden auf vorgefertigte Gepäckstücke geschrieben und an den Bus geheftet (z.B. zuhören können, Verständnis, Vertrauen, Respekt, offen sein, Neues lernen wollen ...).
Dazwischen singen alle den Liedruf:
„Herr, erbarme dich“ oder: „Das wünsch ich sehr, das immer einer bei dir wär, der lacht und spricht: Fürchte dich nicht!“
Alternative
Zu einzelnen Szenen des Weltmissionstags-Plakats werden Fürbitten formuliert.
Gebet
Guter Gott, staunend schauen wir auf das afrikanische Land Senegal.
Dort leben über 90 Prozent Muslime und nur etwa fünf Prozent Christen. Und doch sind alle wichtigen christlichen Feste im Senegal Feiertage.
Die Menschen respektieren die Religion der anderen, oft feiern sie sogar miteinander.
Gott, wir danken dir, dass so etwas auf der Welt möglich ist.
Wir bitten dich für die Menschen im Senegal:
Schenke ihnen auch in Zukunft Offenheit und Toleranz den anderen gegenüber.
Wir möchten gern von den Menschen im Senegal lernen:
Hilf uns, guter Gott, dass wir ohne Vorurteile auf Menschen anderer Religionen zugehen können.
Wir möchten uns gemeinsam mit ihnen darüber freuen, dass Du der Gott des Lebens bist und uns liebst und segnest.
Amen.







