STERNSINGEN > Aktuelle Aktion > Land & Leitwort > 

Kolumbien – „Kinder suchen Frieden – buscamos la paz“

Beispielland der Aktion Dreikönigssingen 2009

Mit ihrem aktuellen Motto machen die Sternsinger deutlich, dass sie sich für das Recht von Kindern weltweit einsetzen, in Frieden und Freiheit aufzuwachsen.

„Lass uns den Frieden suchen!“, lautet die wörtliche Übersetzung der spanischen Version des Leitwortes.

Die Forderung der deutschen Mädchen und Jungen kommt nicht von ungefähr, denn unter den Folgen von Kriegen und kriegerischen Auseinandersetzungen in über 40 Ländern der Erde leiden besonders Kinder und Jugendliche.

Versteckte und offene Gewalt erfahren die Kinder auch in Kolumbien, dem Beispielland der Aktion Dreikönigssingen 2009. Nach mehr als 40 Jahren Bürgerkrieg gibt es dort kaum jemanden, der nicht Gewalt und Tod in der eigenen Familie zu beklagen hätte. Immer stärker wächst aber auch der Wunsch, diese Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen.

„Viele Kinder in Kolumbien wachsen in einem Klima der Gewalt auf, das für uns kaum vorstellbar ist. Viele müssen erleben, wie Familienmitglieder verschleppt, ermordet oder bedroht werden, leben auf der Flucht, haben kaum Zukunftsperspektiven. Sie wissen aus eigener Erfahrung nicht, was es bedeutet in Frieden aufzuwachsen. Trotzdem lassen sie sich nicht unterkriegen“, so Msgr. Winfried Pilz, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. (das komplette Interview mit Msgr. Pilz)

Pfarrer Andreas Mauritz, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), war bereits mehrere Male in dem südamerikanischen Land zu Gast. Er weiß, dass Gewalt in Kolumbien viele Gesichter hat. „Die Kinder erfahren Gewalt durch die Schläge ihrer Eltern, besonders der Väter, sie fürchten Gewalt, wenn sie nur die Maschinengewehre der Soldaten in den Straßen sehen, und sie erfahren körperliche Gewalt: Weil sie für den Frieden einstehen, bezahlen sie zum Teil mit ihrem Leben dafür.“ (Interview mit Andreas Mauritz)

Bildungsprojekte – Schlüssel für eine friedlichere Zukunft
Unterstützt durch die Aktion Dreikönigssingen gibt es in Kolumbien zahlreiche Initiativen und Projekte, die Hoffnung machen.

Kinder und Jugendliche schließen sich zusammen und setzten sich gemeinsam für ihre Rechte und für ein friedlicheres Lebensumfeld ein – in ihren Familien, in der Schule, in ihren Wohnvierteln. Sie organisieren ihre Aktivitäten selbst und werden dabei pädagogisch begleitet. Gemeinsam beschreiten sie alternative Wege, um ihre Idee von Frieden Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei sind gerade Bildungsprojekte der Schlüssel für eine friedlichere Zukunft.

Msgr. Winfried Pilz macht deutlich: „Wir können die Lage dort nicht ändern, wir können sie vorerst nur betroffen wahrnehmen. Aber die positiven Kräfte, die in den Kindern stecken, die gilt es zu stärken. Und wir versuchen, unseren Partnern vor Ort zu helfen, die Traumata aufzuarbeiten. Zum Teil spielerisch, durch religiöse Erfahrung, durch die Erfahrung von Gemeinschaft.“

Mit Blick auf die Projekte, die mit Mitteln aus der Aktion Dreikönigssingen gefördert werden, ergänzt Pfarrer Andreas Mauritz:

„Kinder, die den Frieden lernen, können als Jugendliche und Erwachsene Konflikte friedlich lösen. "


Cometas symbolisieren Frieden
Ein wichtiges Symbol in der kolumbianischen Friedensarbeit – und damit auch für die kommende Aktion Dreikönigssingen – ist die „Cometa“, der Winddrachen. Die Drachen sind in Kolumbien seit vielen Jahren mehr als nur ein Spielzeug. In den schlimmsten Zeiten von Krieg und Gewalt ist die Cometa für die Kolumbianer zu einem Symbol für Frieden und Freiheit geworden.