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Neue Chance für verkaufte und ausgebeutete Kinder

Don Bosco fördert Schul- und Berufsausbildung in Kambodscha
Kambodscha P 13 D

Don Bosco Literacy School
120 Kinder werden in der „Don Bosco Literacy School” unterrichtet.

Schul- und Berufsausbildung als Alternative zum Überlebenskampf auf der Straße

Der Orden der Salesianer hat in Poipet ein Kinderhaus, eine Schule sowie ein handwerkliches Ausbildungszentrum für Jugendliche aufgebaut. Das Projekt richtet sich vor allem an Kinder, die nie zur Schule gegangen sind, weil sie arbeiten mussten. „Wir nehmen Kinder auf, die von der Polizei aus Thailand zurückgebracht werden. Viele von ihnen wurden verschleppt und haben Schlimmes erlebt”, erklärt Pater Valter Brigolin, der Direktor des Don Bosco Projekts in Poipet. „Unser Ziel ist es, Kindern, die für die regulären Klassen eigentlich schon zu alt sind, doch noch eine Schulausbildung zu ermöglichen.”

Für Jugendliche bietet das Don Bosco Projekt Poipet eine zweijährige Berufsausbildung als Elektriker, Mechaniker oder Schweißer an. Junge Frauen können eine Schneiderausbildung machen. Alle Berufsschüler haben die Möglichkeit, an Computerkursen teilzunehmen. Die Berufsschule der Salesianer ist einzigartig in der Region. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erhalten die Absolventen der „Don Bosco Technical School” ein Zertifikat, das landesweit anerkannt und geachtet ist. Neben der Schul- und Berufsausbildung kümmert sich das Don Bosco Projekt Poipet auch um Kinder, die nach Thailand verschleppt und von den Behörden nach Kambodscha zurückgebracht wurden sowie um Kinder, die aufgrund ihrer familiären Situation und sozialen Umstände akut bedroht sind, verschleppt zu werden. Sie alle erhalten im Don Bosco Children Home ein sicheres und beschützendes Zuhause. Gerade diese Kinder liegen Pater Valter besonders am Herzen. „Wenn man sich vor Augen führt, was die Kinder durchgemacht haben oder was passieren könnte, wenn sie hier keinen Platz hätten, dann bin ich für jeden Tag dankbar, an dem ich dazu beitragen kann, diesen Kindern zu helfen!”

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Hintergrund

Kinderprostitution und Kinderhandel in Kambodscha

Nach Ende der Gewaltdiktatur der Roten Khmer ist Kambodscha zu einem der zentralen Umschlagplätze des Menschenhandels in Südostasien geworden. Aufgrund von Armut, Korruption und politischer Instabilität sind insbesondere Kinderprostitution und Kinderhandel in den vergangenen zehn Jahren sprunghaft angestiegen.

Auch Sextouristen und Pädophile, die aufgrund der verschärften Gesetzgebung in Thailand auf andere asiatische Länder ausweichen, haben das Land für sich entdeckt. Nach Schätzungen von Kinderrechtsorganisationen gehen allein in Kambodscha 80.000 bis 100.000 Frauen und Kinder der Prostitution nach. Mehr als ein Drittel von ihnen ist minderjährig.

Während ein Großteil des Kinderhandels von professionellen Schlepperbanden organisiert wird, die auch vor Entführungen nicht zurückschrecken, werden zahlreiche Kinder vor allem aus den ländlichen Gebieten von Bekannten, Verwandten und mitunter sogar den eigenen Eltern verkauft. Während Jungen vorwiegend als Straßenverkäufer, Bettler oder als billige Arbeitskräfte auf Fischkuttern in Thailand landen, werden die meisten Mädchen als Sexsklavinnen nach Thailand, Malaysia, Macao und Taiwan verkauft.


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