Materialien St. Martin 2010
Meins wird deins
Kleider teilen zu Sankt Martin
Eine Sammelaktion des Kindermissionswerks und der aktion hoffnung
Auguste erzählt
Die Mantelteilung
Plötzlich näherte sich eine Reitergruppe. François hörte den Hufschlag der Pferde auf dem gefrorenen Boden. Tadam - tadam - tadam... (=> Die Kinder ahmen den Hufschlag nach, indem sie mit den flachen Händen auf ihre Oberschenkel klatschen.) Plötzlich verstummte der Lärm, die Pferde schienen ihren Lauf unterbrochen zu haben. (=> Die Kinder hören plötzlich auf zu klatschen.) François wagte nicht aufzuschauen. Zu oft war er enttäuscht worden. Doch da sah er schwere Soldatenstiefel auf sich zukommen. Was würde geschehen? (=> Die Kinder erzählen von St. Martin und der Mantelteilung.)
François sah die Klinge eines Schwertes aufblitzen. Ratsch - das konnte doch nicht wahr sein! Der Soldat hatte sein Schwert gezogen und seinen großen, warmen Mantel geteilt. Er steckte sein Schwert wieder in die Scheide und näherte sich dem Bettler. Behutsam legte Martin - denn so hieß der Soldat - die eine Hälfte des Mantels über die Schultern des Bettlers. Die andere Hälfte schwang er sich selbst über. François war sprachlos. Mühsam versuchte er, sich aufzurichten und dem Mann in die Augen zu schauen. Doch der fremde Soldat hatte sich eilig auf sein Pferd geschwungen und war bereits durch das Stadttor verschwunden. Ganz leise murmelte Francois »Danke!«, und Tränen liefen ihm über die Wangen. (=> Die Kinder überlegen, wie François sich fühlt.)
Dies alles geschah innerhalb von wenigen Minuten - und kaum einer hat es bemerkt. Genoveva aber freute sich für den Bettler. Jedem, den sie traf, erzählte sie diese unglaubliche Geschichte. Erst viele Jahre später erfuhr sie, dass die Bewohner der Stadt Tours diesen Soldaten zum Bischof gemacht haben. Ja, Martin war wirklich ein besonderer Mann.



