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Wichtige Daten

  • 22.7.1799: Geburt in Lyon
  • 1816: eine Predigt von Abbé Wurtz verändert ihr Leben
  • 1816: sie legt ein Keuschheitsgelübde ab
  • 1819: sie entwickelt den Plan von regelmäßigen Spendensammlungen
  • 3.5.1822: offizielle Gründung des Werks der Glaubensverbreitung
  • 1839: Audienz in Rom bei Papst Gregor XVI.
  • 9.1.1862: sie stirbt mittellos und verlassen in Lyon
  • 3.5.1922: Papst Pius XI. erhebt ihr Werk zu einem päpstlichen Werk
  • 18.6.1930: Eröffnung des Verfahrens zur Seligsprechung von Pauline Jaricot

Mit Leidenschaft für die Mission

Pauline Jaricot legte die Grundlage für Missionswerke in der ganzen Welt

Pauline Jaricot

Der 9. Januar 2012 war der 150. Todestag einer faszinierenden, glaubensstarken und mutigen Frau: Pauline Jaricot. Sie ist die Gründerin dessen, was heute das weltweite Netz der päpstlichen Missionswerke ausmacht, zu dem auch das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ gehört.

Fast alles, was uns heute in Zeiten der Globalisierung und der weltkirchlichen Vernetzung selbstverständlich erscheint, gab es im frühen 19. Jahrhundert noch nicht. Die Fabrikantentochter musste Wege finden, um ihre Leidenschaft für die Mission zu leben und andere dafür zu begeistern. Ihr Engagement ist ein inspirierendes Lebens- und Glaubenszeugnis – bis heute.


„Oh Jesus, du hast dreißig Jahre in einem einfachen Haus in Nazareth gelebt, ohne dass die Welt Notiz von dir genommen hätte. So lehrst du uns, das Leiden an unserer Armseligkeit zu heiligen.“

Pauline Jaricot

Von der Fabrikantentochter zur keuschen Laienmissionarin

Pfarrkirche St. Nizier. Foto: Markus Offner / Kindermissionswerk

Pauline Jaricot wird am 22. Juli 1799 als jüngstes von acht Kindern in Lyon geboren. Ihr Vater hat als Seidenfabrikant viel Geld erwirtschaftet. Doch sie wächst nicht nur in Wohlstand auf, sondern wird auch christlich erzogen.

Am Palmsonntag im Jahr 1816, Pauline ist gerade 17 Jahre alt, kommt es zu einem radikalen Wendepunkt in ihrem Leben: Die Predigt von Abbé Wurtz in der Pfarrkirche St. Nizier beeindruckt sie so stark, dass sie mit ihrem bisherigen Lebensstil bricht. Das fällt ihr sehr schwer, doch sie kann nicht anders. Noch im selben Jahr legt sie ein Keuschheitsgelübde ab.

Spendensammlung mit System

Ab sofort widmet sie ihr Leben den Armen, den Kranken, den Menschen in Not. Ihr Engagement beschränkt sich dabei nicht nur auf Betroffene in ihrer Nähe: 1818 organisiert sie erste Kollekten für Missionen in Übersee. Etwas später bringt sie mehr Struktur in die Sammlungen: jeweils zehn Personen bilden eine Gruppe, die zusammen betet und von der jeder Einzelne wöchentlich den sogenannten „Sou“ (franz.: Groschen) spendet. Ein Vorsteher sammelt das Geld, das Geld von zehn Gruppen ein weiterer Vorsteher, der zahlt es in die Zentralkasse ein. Von dort aus fließt das Geld in die Missionen weltweit. Dieses System breitet sich erfolgreich aus und bildet noch heute die Grundlage der meisten Spendensammlungen.

Bankrott und einsamer Tod

In diesem Zimmer starb Pauline Jaricot am 9. Januar 1862.

Dieses erfolgreiche Konzept wird in den Statuten des 1822 gegründeten Werks der Glaubensverbreitung festgeschrieben – es dient europaweit als Modell für viele andere Missionswerke.

Pauline Jaricot setzt sich weiter unermüdlich ein für Arme und für die Missionen in Übersee. Eine Fabrik in Rustrel, in der sie nur kurze Zeit Arbeiter beschäftigt und unterstützt, geht 1846 bankrott. Am 9. Januar 1862 stirbt sie einsam und mittellos in Lyon. 60 Jahre später erhebt Papst Pius XI. das von ihr gegründete Werk zum „Päpstlichen Werk der Glaubensverbreitung“.