Auguste von Sartorius
- kommt am 1. März 1830 in Aachen zur Welt
- am 2. Februar 1846 gründet sie in Aachen den „Verein der heiligen Kindheit“, das jetzige Kindermissionswerk in Deutschland
- 1856 tritt Auguste in den Orden der Sacre-Coeur-Schwestern ein, fünf Jahre später legt sie in Paris die ewigen Gelübde ab
- 1873 verlässt sie mit ihren Mitschwestern Deutschland, lebt als Hausoberin in Klöstern in Bloemendal und Bois d’Evequein bei Lüttich
- mit 54 Jahren geht sie als Vikaroberin für zwei Jahre nach Louisiana in den Vereinigten Staaten von Amerika
- 1886 ruft ihr Orden sie zurück ins Mutterhaus nach Paris
- dort stirbt Auguste am 8. Mai 1895 als Generaloberin
Die Geschichte...
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Auguste von Sartorius gründete das Kindermissionswerk in Aachen
Ein Mädchen ließ nicht locker
Sie hat ihre Eltern vermutlich ganz schön genervt. Denn sie muss sehr hartnäckig und ehrgeizig gewesen sein, die Gründerin des deutschen Kindermissionswerks. Im Alter von 13 oder 14 Jahren setzte sich Auguste von Sartorius in den Kopf, Kindern in China zu helfen. Sie hatte gehört, dass neugeborene Mädchen in China ausgesetzt und dem Tod überlassen werden. 1843 oder 1844 muss das gewesen sein, also vor mehr als 160 Jahren.
Ihr war damals aber auch zu Ohren gekommen, wie man etwas bewegen und helfen könnte: In der französischen Stadt Nancy hatte der Bischof Charles de Forbin Janson gerade ein Kindermissionswerk gegründet. Die Idee: Kinder helfen Kindern. Mit Gebeten und kleinen Spenden sollten sie sich für Gleichaltrige in der weiten Welt einsetzen. Das gefiel Auguste und sie wollte dort mitmachen. Doch zunächst mochte niemand etwas von ihrem Vorschlag hören.
Die Erwachsenen waren skeptisch
Augustes Mutter kam aus adeligem Haus, ihr Vater war Arzt: Wohltätigkeit war in ihrem Elternhaus kein Fremdwort. Das Haus war nicht weit vom Aachener Dom entfernt und ihre Eltern kümmerten sich um arme und kranke Menschen in der Stadt. Die Familie war reich, gläubig und gebildet. Bei Privatlehrern, die zu ihnen nach Hause kamen, lernte Auguste Lesen, Schreiben, Französisch und sicher auch Geographie.
Weil ihr von den Erwachsenen niemand so recht zuhörte, fing sie einfach allein an, ihren Plan in die Tat umzusetzen. Erzählte ihren Freundinnen von der Idee und sammelte Geld, das sie dann dem französischen Bischof schicken wollte. Und irgendwann, vielleicht ein Jahr nach der ersten Idee, hatte sie ihre Eltern und den Kaplan ihrer Gemeinde überzeugt. Weil sie nicht locker gelassen hatte und sich nicht hatte beirren lassen, wurde am 2. Februar 1846 in Aachen der „Verein der Heiligen Kindheit" gegründet. Einen Monat später, am 1. März, feierte Auguste ihren 16. Geburtstag.
Auguste wurde Ordensfrau
In den ersten Jahren kümmerte sie sich um den Verein, der ständig wuchs. Später verließ sie ihre Heimatstadt. Der Kirche blieb die engagierte Aachenerin aber auch nach der Pubertät treu. Heiraten wollte sie nicht. Stattdessen ging sie als 25-Jährige ins Kloster. Sie lebte in verschiedenen Häusern ihres Ordens in Deutschland, Belgien und Frankreich. Mit 54 Jahren dann ging sie als Vikaroberin für zwei Jahre in die USA. Nach ihrer Rückkehr lebte sie im Mutterhaus des Ordens der Sacre-Coeur-Schwestern in Paris, wo sie am 8. Mai 1895 mit 65 Jahren als Generaloberin starb. Der von ihr gegründete Aachener Verein aber bestand weiter. 1922 wurde er von Papst Pius XI. Zum „Päpstlichen Werk" erhoben. Und bis heute engagieren sich Kinder in Aachen und vielen anderen Gemeinden in Deutschland für Kinder anderswo auf der Welt - seit 1959 als Sternsinger rund um den Dreikönigstag.
(cir)




