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"Der Zirkus ist mein Zuhause"
Sternsinger-Blog

Die 16-jährige Kölnerin Svenja Gabriel war knapp ein Jahr zu Besuch bei ZipZap und berichtet im Blog von ihren Erlebnissen!
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"Das ist pure Integration"
Ein voller Erfolg: der erste Auftritt der südafrikanischen Zirkusartisten in der Roda-Schule in Herzogenrath
In der Turnhalle herrscht ein wildes Durcheinander: Keulen und Jonglierbälle fliegen durch die Luft, ein riesiges Springseil schlägt im Takt auf dem Boden auf und vier Jungs flitzen auf Einrädern zwischen den anderen Kindern hin und her. Heute ist großer Zirkustag in der Roda-Schule in Herzogenrath.
Die Förderschule der Städteregion Aachen ist die erste Station auf der Deutschlandtour des Zirkus Zip Zap aus Kapstadt. Die 176 Schüler fiebern gespannt dem Auftritt der Zirkuskünstler am Nachmittag entgegen. 15 Jungen und Mädchen lernen schon am Vormittag von den südafrikanischen Profis Zirkustricks aus erster Hand. Cindy, Nathalie und Albert gehören zu den Glückspilzen, die per Los für den Zirkusworkshop gezogen worden sind. Ihr einstimmiges Urteil nach der ersten Trainingseinheit am Trampolin: „Das macht riesigen Spaß.“
Kein Trick, sondern üben, üben, üben
Dabei ist Zirkus für viele der Förderschüler kein Fremdwort. Die Schule hat selbst eine Zirkus-AG, in der die Kinder Einrad fahren lernen. Ein Stützrad hilft ihnen dabei, das Gleichgewicht zu halten. Auch Pedalos und Jonglierbälle gehören zur Ausstattung der eigenen Zirkusgruppe. „Was ist denn der Trick dabei?“, will Schulleiter Thomas Kürten von Schüler Daniel wissen, der von Zirkusprofi Claus das Jonglieren mit Keulen lernt. „Das ist kein Trick, das ist üben, üben, üben“, antwortet dieser prompt.
Geduldig sammeln die südafrikanischen Zirkuskünstler verirrte Bälle und Kegel wieder ein, geben Hilfestellung beim Trampolin springen und beantworten die Fragen der Herzogenrather Schüler. Dass die Kinder unterschiedliche Sprachen sprechen, spielt dabei keine Rolle. Wenn Worte nicht mehr weiterhelfen, verständigen sich die Kinder und Jugendlichen mit ihren Händen.
Letzte Vorbereitungen vor der großen Show
Nach dem einstündigen Workshop beginnen die letzen Vorbereitungen vor der großen Show. Draußen an der Glastüre der Turnhalle drücken einige Kinder ihre Nasen platt und warten gespannt auf die große Zirkusshow. Drinnen machen die südafrikanischen Zirkuskünstler letzte Dehnübungen, ziehen ihre bunten Kostüme an und schminken sich für den Auftritt.
Wenig später ertönt das Eröffnungslied und unzählige Augenpaare blicken gespannt auf die Türe. Dahinter stellen sich die Zirkusartisten im Kreis auf und klatschen sich vor ihrem Auftritt ein letztes Mal ab. Bei Spagat, Salti und anderen waghalsigen Sprüngen stockt vielen Zuschauern der Atem. Die Blödeleien der Clowns Jose und Arnold bringen das gesamte Publikum zum Lachen. Auch die deutschen Schüler dürfen Ihren Klassenkameraden am Trampolin vorführen, was sie am Vormittag gelernt haben. Als die südafrikanischen Artisten sich nach dem großen Finale mit einer dreistöckigen Menschenpyramide von den Kindern verabschieden, will der Applaus in der Turnhalle nicht enden. Lautstark fordern einige Kinder eine Zugabe. Nur langsam leert sich die Turnhalle.
Ein Leuchtturm als Dankeschön
Vor dem gemeinsamen Mittagessen bedankt sich Schulleiter Thomas Kürten mit einem Leuchtturm aus Ton bei den Zip Zap-Artisten. "Ein Leuchtturm spendet den Menschen Licht. Was ihr heute gezeigt habt, war für uns auch wie ein Lichtblick." Als sich deutsche und südafrikanische Kinder anschließend mit Pizza, Salat und einem leckeren Nachtisch stärken, verlieren die Herzogenrather Schüler die letzte Scheu. Die Älteren testen ihre Englischkenntnisse, andere zeigen den Zirkusartisten ihre eigenen Tricks und Blödeleien. „Das ist pure Integration!“, schwärmt eine Lehrerin, die die Kinder beobachtet. Der Abschied ist laut und fröhlich. Zirkusleiter Brent van Rendsburg verspricht: „Wenn wir das nächste Mal auf Deutschlandtournee sind, kommen wir noch einmal bei euch vorbei.







