Auszeichnung für Solarkoch
Udo Fredmüller erhält Bundesverdienstkreuz
Seit mehr als 20 Jahren setzt Udo Fredmüller sich für die Verbreitung eines Gerätes ein, das Umweltschutz und Entwicklungshilfe gleichermaßen vorantreibt: den Solarkocher. Für dieses Engagement wurde er nun mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Trotz anfänglicher Überraschung empfindet Udo Fredmüller die Auszeichnung als Ehre. „Es ist schön zu sehen, dass man auch als ganz normaler Bürger etwas erreichen kann, man darf nur nicht locker lassen.“
Aufgrund eines glücklichen Zufalls entstand vor einigen Jahren die Zusammenarbeit mit dem Kindermissionswerk. Udo Fredmüller machte auf Madagaskar mit Regula Ochsner Bekanntschaft, die sich mit der Organisation ADES seit langem für die Verbreitung des Kochens mit Sonnenenergie einsetzt. Aus dieser zufälligen Begegnung entstand eine intensive Zusammenarbeit, durch die, gefördert vom Kindermissionswerk, bis heute allein auf Madagaskar über 10.000 Solarkocher verteilt werden konnten.
Erleuchtung auf dem Weihnachtsmarkt
Udo Fredmüller Engagement begann Ende der 80er Jahre. Damals reiste er nach Kenia, um für seinen Arbeitgeber einen Leitfaden für Piloten zu verfassen. Die weit verbreitete Armut hinterließ bei ihm einen tiefen Eindruck. Besonders betroffen machte ihn zu sehen, dass viele Frauen und Kinder täglich kilometerweit laufen müssen, um ausreichend Holz zum Kochen zu sammeln.
Als er einige Jahre später auf dem Münchener Weihnachtsmarkt Zeuge wurde, wie eine Gruppe Berufsschüler mit einem Solarkocher Glühwein erhitzte, lag die Lösung auf der Hand. Das Kochen ohne Holz schont nicht nur die Umwelt, es stellt auch eine Entlastung für die Frauen und Mädchen dar, die täglich viele Stunden darauf verwenden müssen, Feuerholz zu suchen. Seither setzt sich Udo Fredmüller für die Weiterentwicklung und Verbreitung des Kochers in Projektländern auf der ganzen Welt ein.
Kein Allheilmittel
Trotz seines unermüdlichen Einsatzes musste der 58-Jährige im Laufe der Jahre feststellen, dass der Kocher kein Allheilmittel ist. Weil das Feuer auch Moskitos vertreibt, als Lichtquelle und zur Kommunikation dient, konnte sich eine Kochmethode gänzlich ohne Holz nicht dauerhaft durchsetzen. „Zunächst war die Begeisterung immer groß, doch einige Zeit später standen die Kocher ungenutzt herum. Manchmal wurde er sogar auseinander genommen und die Einzelteile als Spiegel benutzt.“ Der Kocher findet jedoch weiterhin Einsatz an Schulen, wo tagsüber Essen für eine Vielzahl von Schülern und Lehrern gekocht werden muss. Für Familien gibt es inzwischen andere Varianten, die das solare Kochen mit einer Holz sparenden Methode verbinden. Udo Fredmüller begrüßt diese Entwicklung: „Man darf sich eben nicht auf eine einzige Methode versteifen“.


