Endlich wieder Schule!

Eine einfache Hütte aus Bambus und Stroh – hier fand der Unterricht vor dem Zyklon "Nargis" statt.

Nachdem Zyklon "Nargis" 2008 die Schule im myanesischen Dorf Thaung zerstörte, begann nun der Unterricht in neuen Klassenräumen

Schnell den Schulranzen in die Ecke gepfeffert und endlich: sechs Wochen Sommerferien – ohne Hausaufgaben und Klassenarbeiten. Ein Traum der in diesen Wochen für Millionen deutsche Schüler in Erfüllung geht. Ganz anders in Thaung, einem kleinen Dorf in Myanmar. Dort rufen die Jungen und Mädchen ganz begeistert: „Endlich wieder Schule!“

Im Mai 2008 war der Zyklon „Nargis“  über das Dorf hinweggezogen und hatte großen Schäden verursacht. Er beschädigte nicht nur viele Wohnhäuser, sondern auch die Dorfschule, ein kleines, einfaches Gebäude aus Bambus und Stroh. „Die Schule wurde vollkommen zerstört “, schrieb Pater Noel Saw Naw Aye, in einem Brief an das Kindermissionswerk. Im November vergangenen Jahres konnte ein Ingenieurteam  der Diözese schließlich mit dem Bau eines neuen, stabilen Schulgebäudes beginnen – unterstütz von vielen helfenden Händen aus der Dorfgemeinschaft und mit finanzieller Hilfe des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. Ganz mussten die Kinder jedoch nicht auf den Unterricht verzichten. Der fand während der Bauarbeiten in einer provisorischen Hütte statt.

Bei der Einweihung der neuen Klassenräume war die ganze Gemeinde mit dabei.
Das neue Schulgebäude

Strahlende Gesichter am erste Schultag
Im Mai konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden und am 4. Juni wurde die Schule in einer feierlichen Zeremonie an die Dorfgemeinschaft übergeben. „Die neue Schule ist ein Meilenstein für die Dorfgemeinschaft“, schrieb Bischof Justin Saw Min Thide in einem Dankschreiben.

In der ersten Juniwoche, pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahrs, begann für 184 Jungen und Mädchen aus Thaung und den umliegenden Dörfern der Unterricht in den neuen Räumen. Vier Lehrer unterrichten die Kinder von der ersten bis fünften Klasse. „Für die Eltern hier ist es sehr wichtig, dass ihre Kinder eine gute Schulbildung bekommen und es war sehr schön, die strahlenden Gesichter der Kinder am ersten Schultag zu sehen“, so Pater Noel Saw Naw Aye.

Die Schule, eine stabile Betonkonstruktion, wird künftig jedem Sturm standhalten, ist der Pater sich sicher. Gleichzeitig versichert er in seinem Brief ans Kindermissionswerk: „Wir versprechen, dass wir gemeinsam mit Ihnen daran arbeiten möchten, dass sich die Ausbildungssituation der jungen Menschen hier noch mehr verbessert.“