Eine Sternsinger-Karriere geht zu Ende
Nach 22 Jahren Sternsingerarbeit hört Maria Noppeney auf
22 Jahre lang – fast ein Drittel ihres Lebens – hat Maria Noppeney die Sternsingeraktion in ihrer Gemeinde St. Severin in Aachen-Eilendorf geleitet. Angefangen hat alles mit ihrer Tochter, die in den 80er Jahren Sternsingerin war. Maria Noppeney selbst war zunächst nur als Betreuerin dabei. 1988 übernahm sie die Leitung der Sternsingerarbeit. Fast 300.000 Euro Sammelte sie mit den Jungen und Mädchen für Kinder in Not. Ein weiterer Verdienst von Maria Noppeney: Die Sternsinger besuchen inzwischen alle Eilendorfer. Kamen sie früher nur auf ausdrückliche Bestellung in die Häuser, so laufen sie heute durch alle Straßen und klingeln an jeder einzelnen Türe. „Das war vorher total ineffektiv, die Kinder sind den ganzen Tag gelaufen und haben manchmal nur vier oder fünf Mal gesungen“, erklärt sie. Das besondere Engagement hat sich ausgezahlt und sorgte für strahlende Gesichter bei den Besuchten.
Auch um die Kostüme der kleinen Könige kümmerte sich Maria Noppeney. Hatte sie die allerersten Gewänder noch aus Nachthemden und alten Gardinen zusammenstellt, so bekommt inzwischen jedes Kind ein weißes Gewand und einen Umhang aus neuem Stoff. Und das, obwohl aus ehemals zehn inzwischen 33 Gruppen mit mehr als 100 Kindern geworden sind. In all den Jahren hat die 68jährige sich auch darum gekümmert, alle Sternsingerkostüme zu waschen, bügeln und auszubessern.
Trotz Regen, Sturm und Schnee – die Sternsinger halten durch
Trotz ihrer wichtigen Rolle hielt sie sich jedoch immer in Hintergrund. Nur einmal im Jahr trat Maria Noppeney ins Rampenlicht: „Die anderen Betreuer haben immer darauf bestanden, dass ich nach vorne gehe und das Endergebnis verkünde.“ Über die Sammelergebnisse der einzelnen Gruppen führte sie in all den Jahren genau Buch und fand es immer wieder schön, wenn Kinder sich nach ihrem Ergebnis des letzten Jahres erkundigten und stolz waren, wenn sie es um ein paar Euro überbieten konnten. Sie selbst ist stolz darauf, dass in all den Jahren nie eine Sammlung abgebrochen werden musste. Trotz Regen, Sturm und Schnee – ihre Gruppen haben immer durchgehalten.
Nach einem besonderen Erlebnis gefragt, berichtet sie von einer älteren Dame, die den Sternsingern zusätzlich zu ihrer Spende noch ein Taschengeld geben wollte. Sie war davon nicht abzubringen, auch als die Kinder erklärten, sie sammelten nicht für sich, sondern für Kinder in anderen Ländern. Schließlich nahmen sie das Geschenk an, doch kaum hatten sie das Haus wieder verlassen, waren sich alle sofort einig, das Geld ebenfalls zu spenden.
Obwohl ihr die Sternsingerarbeit immer viel Spaß gemacht hat, übergibt Maria Noppeney ihr Amt in diesem Jahr an ihre Nachfolgerin. So hat die Oma dreier Enkel mehr Zeit für ihre Familie. Für die Zukunft wünscht sie ihrer Nachfolgerin und den Kindern ihrer Pfarrei, „dass allen die Freude an der Aktion noch lange erhalten bleibt“. Doch ein endgültiger Abschied von den Sternsingern ist es nicht, denn die ehemalige Leiterin wird weiterhin alle Königskostüme selbst waschen und bügeln.


