Welttag der Flüchtlinge

Kindermissionswerk "Die Sternsinger" erinnert an Schicksale in Sri Lanka

Zahlreiche der Flüchtlinge sind in einer Schule untergebracht. Gekocht wird im Freien, geschlafen teilweise auf der Veranda.
Der trostlose Anblick des Camps wird verstärkt durch den Stacheldraht, ein Symbol dafür, dass die Flüchtlinge das Lager nicht verlassen dürfen.

Aachen.  Anlässlich des Weltflüchtlingstags der Vereinten Nationen am 20. Juni erinnert das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" an das Schicksal der Flüchtlinge in Sri Lanka. Seit dem Ende des Bürgerkrieges im vergangenen Monat ist es geschätzt 300.000 Tamilen, so die Angaben internationaler Hilfsorganisationen, weiterhin nicht möglich, in ihre Heimat zurückzukehren. Notdürftig versorgt harren die Menschen in Lagern, die sie nicht verlassen dürfen, hinter Stacheldraht aus. "Das Militär bewacht die Camps, die Flüchtlinge fühlen sich wie in einem Gefängnis", berichten Partner des Kindermissionswerks.

Die Gesamtsituation in den hoffnungslos überfüllten Lagern wird als "grauenhaft" geschildert. Die Sanitaranlagen sind in einem entsetzlichen Zustand, Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medikamente und Hygieneartikel sind Mangelware. Täglich müssen sich die Menschen in lange Schlangen einreihen, um eine warme Mahlzeit zu ergattern. Ein Partner schreibt: "Die Tamilen sind traurig, enttäuscht, verbittert, ängstlich und verärgert über die Zustände. Und ihre Augen sind voller Tränen." Unabhängig von der Klärungen jedweder Schuldfrage im Zusammenhang mit dem über 25 Jahre langen Bürgerkrieg hoffen die Partnerorganisationen des Kindermissionswerks, dass die Regierung Sri Lankas bald für eine Verbesserung der Zustände in den Flüchtlingslagern sorgt. Und danach wartet immer noch eine Menge Arbeit auf die humanitären und kirchlichen Organisationen. Vom Krieg gezeichnete Kinder müssen versorgt, zahllose traumatisierte Menschen betreut werden.

Mit insgesamt 90.000 Euro aus Mitteln der Aktion Dreikönigssingen haben das Kindermissionswerk und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bislang die Arbeit ihrer Partner vor Ort unterstützt. Insbesondere Mütter und ihre Kinder wurden mit Grundnahrungsmitteln versorgt. Darüber hinaus wurden die Soforthilfen unter anderem für die Bereitstellung von Babynahrung, Kleidung, Medikamenten und Moskitonetzen verwendet.