„Platt vor Freude und Dankbarkeit“
Zahlreiche Dankbriefe erhalten die 500.000 Sternsingerinnen und Sternsinger in Deutschland von Menschen aus der ganzen Welt. Sie wollen sich für den tollen Einsatz der Mädchen und Jungen bedanken und zeigen, was mit deren Hilfe möglich ist. So auch die Menschen der Gemeinde Landanai in Tansania, die sich per E-Mail gemeldet haben.
Hallo liebe Sternsingerinnen und Sternsinger!
Mit riesiger Freude habe ich die Nachricht über den Erlös eurer Sternsingeraktion zu Gunsten unseres Projekts erhalten. Da waren alle „platt“ vor Freude und auch vor Dankbarkeit. Es ist immer wieder „ein Wunder“ für die Menschen hier, zu erfahren, dass jemand, den sie nicht kennen, ihnen dennoch hilft.
Wir werden – auch mit Hilfe eurer großzügigen Spende – einen kleinen Lastwagen kaufen können und damit die Kosten für den Transport der Lebensmittel aus der Stadt in unser Dorf erheblich senken können. Weil wir dann weniger Geld für Benzin ausgeben müssen, werden wir künftig mehr Geld für Reis, Zucker, Apfelsinen, Mangos, Avocados, Milch und vielleicht auch mal ein paar Bonbons haben! Diese Dinge sind bei uns geradezu unerschwinglich geworden, wenn man auch noch den Transport bezahlen muss. Ganz zu schweigen davon, dass wir jetzt größere Zucker-, Mehl- oder Reisration kaufen können und dann etwas Rabatt bekommen.
Außerdem werden wir uns mit Bohnen eindecken können. Denn es hat bei uns nicht geregnet und die Regenzeit ist um! Merkwürdig: In der Stadt (Arusha) regnet es jede Nacht, aber dort gibt es eben keine Felder und keine Viehherden, sondern nur Betonbauten und Asphalt. Bei uns auf dem Land gibt es Felder und Vieh, aber keinen Regen! Im Gegenteil: Bei uns holzen die Leute die Bäume ab, damit daraus Holzkohle wird, die in der Stadt verbraucht wird. Wir verwenden für unsere Feuer getrocknetes Holz oder getrockneten Kuhmist. Also die Stadtleute schimpfen über das „schlechte Wetter“, das wir liebend gern hätten.
Wir sind also gleich doppelt benachteiligt oder sogar dreifach, denn wie gesagt, die Lebensmittel werden in der Stadt gehandelt und wir müssen zu den ohnehin gestiegenen Preisen (weil es auf den Feldern nicht regnet und es somit auch nichts zu ernten gibt) jedes Mal noch die Fahrt- und Transportkosten bezahlen. Manche Leute überlegen schon, in die Stadt zu ziehen. Das Ergebnis sieht man in den Städten, in die schon viele Menschen gezogen sind: noch mehr Elend.
Die Jungen und Mädchen hier erleben – dank eurer großen Hilfe – dass es durchaus auch auf dem Land gute Schulen gibt. Mit den Ergebnissen der Abschlussprüfungen haben wir im letzten Jahr den ersten Platz im Bundesland Manyara errungen und Platz 52 im ganzen Staat Tansania, der fast drei Mal so groß ist wie Deutschland. Also unsere Schule kann sich durchaus sehen lassen, weil Menschen wie ihr uns helfen!
Wir senden euch also einen ganz herzlichen Dank und einen ebenso herzlichen Gruß. Wenn sie könnten, würden die Menschen hier als Anhang an diese E-Mail eine (oder zwei) Ziege(n) anfügen. Seid nicht böse, wenn es keinen E-Mail-Anhang gibt, da ist das Internet doch noch nicht weit genug. So denken wir umso mehr und dankbar an euch!
DANKE! ASANTE NA TENA ASANTE SANA KWA UKARIMU WENU NA MISAADA YENU! (wörtlich übersetzt bedeutet das: Vielen, vielen herzlichen Dank für eure freundschaftliche Nähe und eure Hilfe! - Aber in Wirklichkeit ist der Dank der Menschen hier noch viel größer!).
Für alle Schüler, Mitarbeiter und Lehrer
Euer Pfarrer Kimani Georg Assmann
Lesen, schreiben und abwaschen
Die Mount Yosefu Schule in Landanai
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