72 Stunden für eine bessere Welt

Gruppen beteiligen sich auch in Partnerschaft mit dem Kindermissionswerk

100.000 Kinder und Jugendliche haben von Donnerstag bis Sonntag an 3.000 Orten die Welt ein bisschen besser gemacht. In 14 Bistümern und sieben Bundesländern hatten sie sich mit sozialen, ökologischen, kulturellen oder politischen Projekten an der vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisierten 72-Stunden-Aktion beteiligt. Unter dem Aktionsmotto „Uns schickt der Himmel“ waren zahlreiche Gruppen auch in Sachen „Eine-Welt-Arbeit“ aktiv – und dabei auch als Partner des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“.

Heiße Rhythmen für Ruanda
Über 6.000 Kilometer entfernt leben die Menschen, für die die Jugendlichen der „Jungen Kirche Waldsee“ bei der 72-Stunden-Aktion Kreativität und Ideen sprudeln ließen. „Gestaltet ein Partnerschaftsfest, an dem sich Menschen eurer Pfarrei über die Situation in Ruanda informieren können und mit der das Partnerschaftsprojekt ‚Waldsee-Hanika’ unterstützt wird“, lautete der Projektauftrag, den die Jugendlichen zum Startschuss der Aktion im Bistum Speyer erhielten. Und die 20 Jungendlichen stellten ein tolles Fest auf die Beine, bei dem man sich über die 25-jährige Partnerschaft der Pfarrei St. Martin, Waldsee, mit Hanika in Ruanda informieren konnte. Das stolze Endergebnis: Über 250 Besucher auf dem Partnerschafsfest und 1.400 Euro gesammelte Spenden.

Mit "Kinderrechte"-Postkarten und selbstge- backenen Muffins engagierten sich die Kinder in Eschweiler.
"Ich will, dass ..." – die Slogans auf den bunten Karten kamen bei der 72-Stunden- Aktion gut an.

Mit Muffins und Postkarten für Kinderrechte
In Eschweiler (Bistum Aachen) waren der Kinderchor „Feuerflamme“ der Gemeinschaft der Gemeinden Eschweiler-Süd und der Kindergarten der Pfarrgemeinde St. Barbara in Sachen „Kinderrechte“ aktiv. An einem Aktionsstand in der Fußgängerzone verteilten die 17 Kinder und ihre Begleitenden am Samstag unter anderem die „Kinderrechte“-Postkarten des Kindermissionswerks. Mit Slogans wie „Ich will, dass allen kranken Kindern geholfen wird“ oder „Ich will, dass die Umwelt geschützt wird“ machten sie darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, das diese Rechte weltweit eingehalten werden. Mit selbstgebackenen Muffins und Luftballons bedankte man sich für die gesammelten Spenden, die einer Organisation in Eschweiler zugute kommen.

Kommunionkinder aus Soest finanzieren Mikroskop zur Malariaerkennung
In Soest (Erzbistum Paderborn) waren die 56 Kommunionkinder der Pfarrgemeinde St. Patrokli die jüngsten Teilnehmer der 72-Stunden-Aktion. Ihre Aufgabe lautete: „Wir glauben, dass ihr es schafft, durch einen  Kinderflohmarkt und Waffelverkauf  700 Euro zu erwirtschaften. Diese 700 Euro werden benötigt für ein Mikroskop in der Missionsstation in Kitope auf der Insel Sansibar. Dieses Mikroskop wird zur Malariaerkennung eingesetzt und kann Leben retten.“ Und natürlich schafften es die Mädchen und Jungen: Stolze 957 Euro wurden bei der Aktion vor dem Soester Rathaus eingenommen, womit sogar mehr als ein Mikroskop finanziert werden kann!

Die Aktionsgruppe der KjG fuhr mit ihrem Aktionsmobil in Schulen, um auf den Spendenlauf aufmerksam zu machen.

Hilfe für Jungendliche in Burhiba (Kongo)
In Muggensturm (Erzbistum Freiburg) bestand die Aufgabe darin, einen Spendenlauf zu organisieren, dessen Erlös Jugendlichen und Straßenkindern in Burhiba zugute kommen sollte. Die Aktionsgruppe der KjG rührte kräftig die Werbetrommel, um möglichst viele Muggensturmer auf den Spendenlauf aufmerksam zu machen: So verteilten die fleißigen Helfer Flyer und fuhren mit ihrem Aktionsmobil zu Schulen. Dabei wurden sie von einer Moderatorin von SWR3 begleitet, die in einer Radiosendung über die 72-Stunden-Aktion und das Projekt berichtete. Am Samstag konnte dann der Startschuss zum Muggensturmer Volkslauf gegeben werden, an dem sich 244 Läufer beteiligten, die insgesamt 2.826 Kilometer liefen. 3.000 Euro kamen bei der Aktion zusammen, mit denen Straßenkindern im Kongo geholfen werden kann.

30 Kinder reisen um die ganze Welt
Rund 30 Kinder und Jugendlichen des Kinder- und Jugendheims „Don Bosco“ wurden in Lahr (Erzbistum Freiburg) zu einer „Weltreise“ eingeladen. Der Verein „Color Esperanza“ (ehemalige Freiwillige eines Kinderprojektes in Peru) organisierte für die Kinder aus sozial schwachen Familien Workshops wie Trommelkurse mit selbstgebastelten Trommeln, eine brasilianische Fußballschule oder eine jamaikanische Softcocktail-Bar. Einen Höhepunkt bildete das multikulturelle Straßenfest, zu dem die Eltern und Freunde der Kinder eingeladen waren. Hier konnten in einem buntgemischten Nachmittagprogramm die Kinder ihr Können zeigen. Unter anderem führte eine Gruppe Mädchen Bollywood-Tänze auf und ein 11 Jahre alter Dichter las seine Gedichte vor. Die Aktion in Lahr trug dazu bei, mit Vorurteilen aufzuräumen und die Solidarität und Toleranz für andere Kulturen zu stärken.

Vier Jugendiche aus Tansania kickten beim Fußballtunier mit.

Schulausbildung für Kinder in Tansania
Gleich zwei Aktionsgruppen beteiligten sich in der Seelsorgeeinheit Iller-Weihung (Bistum Rottenburg-Stuttgart) an der 72-Stunden-Aktion. Sie organisierten einen Spendenlauf sowie ein internationales Fußballturnier zugunsten eines Missionsprojekts, das Eltern und Waisenkinder in Ruhuviko (Tansania) finanziell unterstützt. Beim Spendenlauf kamen insgesamt 250 Euro zusammen und auch das Fußballturnier, bei dem auch vier Jugendliche aus Tansania mitkickten, war ein voller Erfolg. Den Höhepunkt allerdings bildete der Gottesdienst, den ein afrikanischer Trommler musikalisch begleitete. Zudem war die Sozialarbeiterin Schwester Dorothea aus Ruhuviko telefonisch zugeschaltet. Sie erzählte von dem Projekt und wie wichtig es ist, dass den Kindern in Tansania eine Schulausbildung ermöglicht wird. Sonntags stieg dann ein buntes Fest mit 300 Gästen. Insgesamt wurden rund 2.000 Euro an Spenden für das Projekt gesammelt: Mit diesem Geld kann für viele Kinder in Ruhuviko die Schuluniform oder das Schulessen bezahlt werden.