"100 Stunden Sterne gucken"
Kinder in Aachen und in der Einen Welt schauen in den Himmel
Aachen. Drei Meter lang und einige hundert Kilogramm schwer ist das große Teleskop in der Sternwarte Aachen. Doch als die 30 Aachener Kinder – Sternsinger der Pfarrgemeinde St. Katharina und Schülerinnen und Schüler der Grundschule Vaalserquartier – am Freitagabend durch das 1935 gebaute „Altertümchen“ zu den Sternen schauen wollten, hatte sich der Himmel zugezogen. Wolken versperrten die freie Sicht auf Sterne und Planeten, stattdessen wurde halt ein Fernsehturm angepeilt. Der gemeinsamen Teilnahme mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ an der Aktion „100 Stunden Astronomie“ tat dies jedoch keinen Abbruch. Schließlich steckte dahinter eine Menge Symbolkraft. Zeitgleich zu den Kindern in Aachen und weiteren Mädchen und Jungen in Deutschland schauten Gleichaltrige in vielen Teilen der Welt in den Himmel. In Nowosibirsk (Russland), Sizanani (Südafrika), Ndondol (Senegal) und Battambang (Kambodscha) sowie in Peru, Brasilien und Kenia machten Kindern in den Projekten des Hilfswerkes mit.
Unter dem Motto „Tausche Bild gegen Teleskop!“ waren fast 5.000 Kinder einem Aufruf des Kindermissionswerks über die Zeitschrift „Sternsinger – Kinder mit einer Mission“ gefolgt. Als Dankeschön für ihre selbstgemalten Weltraumbilder hatten die jungen Künstler Bastelbögen für Sternsinger-Fernrohre bekommen. Mit den Nachbauten des berühmten Galilei-Teleskops – zwar aus Karton, aber zwei Linsen aus Acrylglas sorgen dennoch für scharfe Bilder und zeigen die Himmelsphänomene immerhin sechsfach vergrößert – machten die Kinder mit bei „100 Stunden Astronomie“. Die weltweite Aktion stieg von Donnerstag bis Sonntag im Rahmen des Internationalen Jahres der Astronomie 2009. Dass gerade die Sternsinger dieser Einladung gerne gefolgt waren, ist nicht weiter verwunderlich: Schließlich waren auch ihre Vorbilder, die drei Weisen aus dem Morgenland, Sterndeuter. Astronomische Berechnungen traten bei der Aktion natürlich in den Hintergrund. Viel mehr ging es darum, aneinander zu denken und sich bewusst zu machen: Wir leben alle unter einem Himmel.
Kinder stellen sich Universum schön vor
Franz Marcus, Leiter der Projektabteilung im Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, brachte es bei der Vorstellung der Aktion in der Aachener Sternwarte auf den Punkt: „Im Osten in China, im Westen in Mexiko, am Südpol und am Nordpol – die Sterne sind für alle Menschen gleich verteilt. Ich wünschte, auch Schulen, Wasser oder Lebensmittel wären für alle gleich verteilt.“ Vielleicht nicht exakt gleich, doch immerhin sehr ähnlich sind die Vorstellungen, die sich Kinder überall auf der Welt vom Weltall machen. „Kinder überall auf der Welt stellen sich das Universum schön vor, und Gott hält alles in der Hand“, machte Kathrin Heidbüchel vom Kindermissionswerk deutlich. Sie präsentierte in der Sternwarte eine kleine Auswahl der 5.000 Bilder, die aus Deutschland und aus zahlreichen Projekten des Kindermissionswerks aus aller Welt eingegangen waren.
Venus, Mars, Jupiter und Saturn – alles schon gesehen
Ganz schön erstaunt über das profunde Weltraum-Wissen der Sternsinger und Grundschüler waren Jan Hattenbach und Kurt Schäfer. Die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiter der Sternwarte Aachen führten die Kinder durch das ungewöhnliche Gebäude, erklärten das große Teleskop, ließen die Kinder durch eben jenes einen Blick werfen und zeigten anschließend Fotos von Sternbildern, Planeten und Sonnensystemen. Und immer wieder stellten die Kinder mit kecken Zwischenrufen unter Beweis, wie viel sie schon von Venus, Mars, Jupiter und Saturn gesehen, gehört und gelesen hatten. Trotz allem hatten Hattenbach und Schäfer natürlich zahllose Neuigkeiten für ihre jungen Zuhörer parat. Und spätestens als zwei Meteoritenstücke durch die Reihen kreisten, war die Faszination für das Weltall komplett. Doch bei aller Begeisterung vergaßen die Kinder nicht den eigentlichen Grund für die ungewöhnliche Aktion: „Die Kinder in Afrika und in den anderen Ländern haben sich bestimmt sehr gefreut, dass sie auch mit den kleinen Teleskopen in den Himmel schauen konnten“, machten die Sternsinger Anna (8) und Karl (10) zum Abschluss deutlich. Zu sehen sind Bilder von der weltweiten Aktion und viele der gemalten Weltraumbilder hier...>>.
Damit Kinder leben können!
Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ ist das Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland mit Sitz in Aachen. Unter dem Leitwort „… damit Kinder leben können!“, unterstützt es jährlich über 3.000 Kinder-Hilfsprojekte in Asien, Ozeanien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa. Die finanziellen Mittel stammen aus Spenden. Den größten Beitrag leistet die Aktion Dreikönigssingen, an der jedes Jahr rund eine halbe Millionen Mädchen und Jungen teilnehmen.
4.738 Zeichen 665 Worte
Pressedownload: Fotos zur Aktion "100 Stunden Astronomie" zum kostenlosen Download


