Ohne Ballack und Frings – aber mit 20 kleinen Königen
Sternsinger feuern Fußball- Nationalmannschaft in Nürnberg an
„Das waren die besten 90 Minuten meiner Ferien!“ Mit leuchtenden Augen und vor Aufregung rot gefärbten Wangen schaute Stefan Hehensteiger nach dem 2:0-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Belgien noch einmal auf den Rasen des Stadions in Nürnberg. Gemeinsam mit 19 weiteren Sternsingern und Lesern des STERNSINGER-Magazins gehörte der Zehnjährige aus Rosenheim-Pang am Mittwoch, 20. August, schließlich auch zu den Gewinnern des Abends. Fünf Gruppen hatten bei einem Rätsel in der Juni-Ausgabe des Magazins für die kleinen Könige Freikarten für das Länderspiel gewonnen. Zur Verfügung gestellt hatte die Eintrittskarten die DFB-Stiftung Egidius Braun, mit der das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ seit zwölf Jahren partnerschaftlich zusammen arbeitet.
Ganz schön aufgeregt – schließlich war es für beinahe alle Mädchen und Jungen der erste Besuch eines Länderspiels – reisten die Gruppen mit ihren Begleitern aus Brodhagen bei Rostock (Erzbistum Hamburg), aus der Pfarrei St. Michael in Friesenheim-Oberweier (Erzbistum Freiburg), aus der Gemeinde St. Johannes der Täufer in Waxweiler (Bistum Trier) sowie aus der Gemeinde St. Petrus in Sielenbach und aus Rosenheim-Pang (Erzbistum München und Freising) an. Den weitesten Weg legten dabei die Geschwister Johanna und Florian mit ihrem Vater Andreas Heß zurück. 627 Kilometer für die einfache Strecke ins Frankenland waren für die kleine Gruppe aus der Nähe von Rostock jedoch kein Problem. „Das hat sich auf jeden Fall gelohnt“, freute sich Johanna, die wie die übrigen Gewinner im Rätsel unter neun verdrehten Begriffen in dem Wort „Hamster“ genau jenes gefunden hatte, das so gar nichts mit Fußball zu tun hat. „Ich habe jetzt noch Ohrensausen von dem Jubelschrei meiner Freundin Mareike, als ich ihr am Telefon gesagt habe, dass sie mitfahren darf“, erzählte Isabelle Trapp (15) aus Waxweiler, die ihre Rätsel-Lösung buchstäblich in letzter Minute per Mail an die Redaktion geschickt hatte.
Marin schießt ein Tor!
Beinahe alle Mädchen und Jungen, die in Nürnberg von STERNSINGER-Redakteurin Stefanie Wilhelm begrüßt wurden, erschienen zum Spiel natürlich standesgemäß. Trikots, T-Shirts, Blumenketten in den Nationalfarben, Fahnen, Tröten, Rasseln und Hupen gehörten zur Ausstattung. Insbesondere Lena Lauer (10) und Lina Stuber (10) machten mit ihren Rasseln richtig Stimmung und drehten diese im Takt der Anfeuerungsrufe. Und mehr noch: Lena bewies zudem eindeutig Fußball-Sachverstand. Die Einwechslung von Marko Marin in der 70. Minute kommentierte sie lässig mit den Worten: „Super, der Marin ist schnell, der schießt bestimmt ein Tor!“ Ganze sieben Minuten später klingelte es zum zweiten Mal im belgischen Kasten. Der Torschütze: Klar, Marko Marin!
Schweini, Prinz Poldi und Klose
Doch auch die etablierten Nationalspieler wurden von den Sternsingern begeistert gefeiert. Julian Osiander (10) aus Rosenheim trug stolz ein Trikot von Miroslav Klose, der früher selbst Sternsinger war. Simon Osiander (8) hielt offenkundig zu Bastian Schweinsteiger und Freund Maximilian (10) hatte sich bei der Trikotauswahl für Lukas Podolski entschieden. Diesen Sympathien konnten sich die Sternsinger aus dem bayerischen Sielenbach natürlich anschließen. Zwar feierten auch sie in Nürnberg Länderspiel-Premiere, doch in Sachen Stadionbesuch sind Patricia (9) und Markus Pappenberger (12), Alexander (13) und Martin-Julian Echter (9) beinahe schon alte Hasen. Sie alle gehören zum örtlichen Fan-Club des FC Bayern und bejubelten vor allem den Elfmeter-Treffer von „Schweini“.
„Es war ein tolles Erlebnis“, freuten sich alle Sternsinger und ihre Begleiter über die Reise nach Nürnberg und den Besuch des Länderspiels. Den Kennerblick hatten sie nach den 90 Minuten allerdings nicht abgelegt. „Es hätten nur noch mehr Tore fallen können“, beurteilte Markus Hehensteiger (10) aus Rosenheim die Leistung der Nationalmannschaft, die bei ihrem ersten Auftritt nach der Europameisterschaft unter anderem auf den verletzten Kapitän Michael Ballack und auf Torsten Frings verzichten musste.
Gemeinsames Engagement für Kinder in Not
Im weitesten Sinne verbindet der Fußball auch die DFB-Stiftung Egidius Braun und das Kindermissionswerk. Gemeinsam unterstützt man verschiedene Kinderprojekte in Mexiko und Osteuropa. Viele Fußballvereine und –freunde unterstützen dabei die Stiftung, und dass auch Sternsinger wahre Fußballfans sind, wurde spätestens in Nürnberg mehr als deutlich. Das Test-Länderspiel gegen die „Roten Teufel“ aus Belgien war als Benefizspiel unter anderem der Stiftung gewidmet, die von DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun 1986 nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko gegründet worden war. Neben den Tickets für das Spiel gab es für die Sternsinger auch T-Shirts der Stiftung mit dem Slogan „Fußball ist mehr als ein 1:0!“ und verschiedene Anstecknadeln und Schlüsselanhänger der Nationalmannschaft.




