Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern
3.000 Experten tagen in Rio de Janeiro
1,8 Millionen Kinder werden jährlich als Prostituierte oder Pornodarsteller missbraucht - diese traurige Bilanz zog das Kinderhilfswerk UNICEF anlässlich des 19. Jahrestages der UN-Kinderrechtskonventionen vergangene Woche. Allein in Asien sind etwa eine Million Kinder und Jugendliche betroffen. Strafverfolgung und Opferschutz sind bei internationalen Delikten jedoch noch immer mangelhaft.
Fortschritte im Kampf gegen Kinderpornografie soll nun der dritte Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen vom25. Bis 28. November im brasilianischen Rio de Janeiro bringen. Dort tagen derzeit rund 3.000 Politiker, Kinderrechtsexperten und Repräsentanten aus Forschung und Wirtschaft aus 130 Ländern über die Verfolgung und Ahndung von Missbrauchfällen. Dabei soll auch der Aktionsplan geprüft werden, der beim Weltkongress vor sieben Jahren bestätigt worden war.
„Wir wollen nicht wieder irgend ein neues Papier, sondern die verbindliche Verabredung konkreter Maßnahmen, bei denen Verantwortlichkeiten und auch eine konkrete Zeitschiene benannt werden", sagte Mechthild Maurer, Geschäftsführerin von ECPAT Deutschland im Vorfeld der Konferenz. Ein Schwerpunkt des Weltkongresses in Rio ist die Kooperation mit dem privaten Sektor. "Wir haben vor allem Internet-Provider und die Tourismusindustrie im Blick als wichtige Akteure, mit denen wir besser kooperieren müssen, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene", so Mechthild Maurer.
ECPAT (End Child Prostitution, Child Pornography and Trafficking of Children for Sexual Purposes), die Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder gegen sexuelle Ausbeutung, ist ein bundesweiter Zusammenschluss von 28 Institutionen und Gruppen, zu denen auch das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" gehört. ECPAT Deutschland setzt sich dafür ein, dass die UN-Konvention über die Kinderrechte eingehalten wird, Ursachen von Missachtung aufgezeigt werden und Verstöße mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgt werden.
Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger" arbeitet weltweit mit Partnern zusammen, die sich für missbrauchte Kinder engagieren, unter anderem mit dem Don Bosco Projekt in Kambodscha. In Poipet, einer der ärmsten Regionen Kambodschas werden dort Kinder und Jugendliche betreut, die verschleppt, verkauft, missbraucht, ausgebeutet oder auf andere Weise sozial benachteiligt wurden.


