„Es ist Zeit, dass wir aktiv werden“
Forum „Heiße Zeiten“ in Essen
Viele der Menschen, die am Samstagnachmittag in der Essener Innenstadt ihre Weihnachtseinkäufe erledigten, trauten ihren Augen nicht, als plötzlich in der Menge ein Eisbär auftauchte. Dieser wurde kurz darauf von einer Gruppe aus 15 Jugendlichen umkreist, die lautstark riefen „Fünf vor Zwölf“. Als der Eisbär daraufhin wie tot umfiel und die Jugendlichen so schnell wie sie aufgetaucht waren wieder verschwanden, schien das alles keinen Sinn zu ergeben, zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick schon: Diese Jugendlichen waren die Teilnehmer des ersten Forums „Heiße Zeiten“ für Jugendliche in Nordrhein-Westfalen.
In einem Workshop zum Thema Klimawandel hatten sie sich das kleine Schauspiel – einen Flashmob – ausgedacht und es sofort an mehreren Orten in Essen ausprobiert. Bei einem Flashmob (vom englischen flash = Blitz) treffen sich mehrere Personen an einem öffentlichen Ort, um für eine kurze Zeit etwas Aufsehen erregendes zu tun, in diesem Fall auf den drohenden Klimawandel aufmerksam zu machen. Die Botschaft der Jugendlichen war einfach: Ohne Klimaschutz schmelzen die Pole und ohne Eis gibt es bald keine Eisbären mehr.
„Wir müssen unsere Erde schützen“
„Es ist Zeit, dass wir aktiv werden. Wir müssen unsere Erde schützen“, sagte Nik (12) aus Essen, der zusammen mit seinen Klassenkameradinnen Jana (13), Dafne (12) und Farina (12) das Forum im „Unperfekthaus“ besuchte. Die vier Schüler hatten eine Woche zuvor die Zentrale der Aktion Dreikönigssingen in Aachen besucht und dort zum ersten Mal von dem Forum erfahren. „Es macht keinen Sinn, wenn wir anderen Kindern helfen wollen und gleichzeitig das Klima und dadurch deren Lebensbedingungen verschlechtern,“ meinte Jana, die sich schon seit einigen Jahren als Sternsingerin engagiert.
Die Klimakampagne, die auch vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unterstützt wird, plant auch in den nächsten Monaten viele Bildungsangebote: von der audiovisuellen Klimaexpedition über das Eine-Welt-Mobil auf dem Schulhof, bis hin zu didaktischen Materialien für den Unterricht. In außerschulischen Workshops und Medientrainings lernen Mädchen und Jungen, öffentlichkeitswirksame Aktionen vorzubereiten und mithilfe von Theater, Texten und Musik umzusetzen.
Gemeinsam diskutierten die rund 60 Teilnehmer des Forums über verschiedene Möglichkeiten, sich für den Klimaschutz einzusetzen, etwa durch Solaranlagen auf dem Schuldach, Fahrrad-Demonstrationen oder „Klimaknöllchen“. Sogar ein Fachmann vom Max-Planck-Institut in Jena war eigens von der UN-Klimakonferenz in Posen angereist, um den Jugendlichen das Thema Klimapolitik näher zu erläutern. In einer abschließenden Diskussionsrunde waren sich alle einig: „Es ist Zeit zu handeln.“
Internetauftritt der Klimakampagne „Heiße Zeiten“
„Heiße Zeiten mit coolen Aktionen“ – Auftaktveranstaltung in Düsseldorf
Schülerin Jana Skowasch berichtet über ihren Einsatz als „Klima-Retter“





