Ein indisches Dorf stellt sich vor
Farbenfrohe Gewänder, Tänze und ein Liebeslied
„Indien hautnah“ erlebten die Mitarbeiter des Kindermissionswerks beim Besuch einer Delegation um den Projektpartner Martin Kämpchen. Von sehr weit her waren sie angereist, um ihre Tänze, Gesänge und Kunstwerke zu präsentieren. „Diese kleine Darbietung ist ein großes Dankeschön für das, was Sie für uns getan haben“, sagte Martin Kämpchen zur Begrüßung.
Seit 1993 fördert das Kindermissionswerk die Arbeit des deutschen Schriftstellers und Übersetzers in Indien. 1984 hatte Martin Kämpchen zwei indische Dörfer in West-Bengalen, 150 Kilometer nördlich von Calcutta, „entdeckt“. In diesen Dörfern, Ghosaldanga und Bishnubati, leben indische Ureinwohner des Santal-Stammes, einer unterprivilegierten und armen Bevölkerungsgruppe. Die Santals leben in einfachen Verhältnissen, ohne elektrischen Strom und fließendes Wasser.
Mit Hilfe von Martin Kämpchen haben die Bewohner von Ghosaldanga und Bishnubati mehrere Programme auf die Beine gestellt: in beiden Dörfern sind inzwischen Kindergärten mit Kinderspeisungen, sowie je ein Hausaufgaben-Zentrum für die Primär- und die Sekundarstufe entstanden. Außerdem wurden landwirtschaftliche Projekte, ein Sparprogramm, eine Weberei für Frauen und eine intensive Mütterbetreuung eingerichtet. Die treibenden Kräfte sind vor allem die Dorfbewohner selbst. Um die Tradition zu erhalten, haben sie mit Hilfe von Martin Kämpchen auch Musik- und Tanzgruppen gegründet. Diese wollen an die alten Wurzeln der Santal erinnern und sie am Leben erhalten.
Seit dem 9. Juli sind nun drei Santal-Künstler gemeinsam mit Martin Kämpchen auf Deutschlandtour. „Ein indisches Dorf stellt sich vor“ – so lautet der Titel ihres Programms, das die Kultur und die Lebensweisheiten der Santal auch nach Deutschland bringen soll. In farbenfrohen, traditionellen Gewändern, führen Gokul Hansda, Sanyasi Lohar und Rathin Kisku Stammeslieder und Tänze, sowie bengalische Volkslieder auf und erzählten anhand von Bildrollen und Liedern die Schöpfungsgeschichte der Santal. Besonders gut kam beim Publikum im Kindermissionswerk übrigens ein Liebeslied an: „Wem gehört diese schöne Tochter.“








