Flutkatastrophe in Pakistan
„Die Menschen leben im Wasser“
Kindermissionswerk in Kontakt mit Projektpartnern - Flüchtlinge suchen Schutz in Schulen
Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Pakistan mit über 1.600 Todesopfern hat das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ Rückmeldungen seiner Projektpartner im Land erhalten. „In der nördlichen Diözese Islamabad-Rawalpindi, der am stärksten betroffenen Region, ist die Kommunikation immer noch schwierig bis unmöglich", erklärt Elaine Steiner, die als Projektreferentin im Kindermissionswerk für Pakistan zuständig ist. „Doch auch wenn wir im Moment noch nicht alle erreichen können, so sind wir in Gedanken bei ihnen und im Gebet mit ihnen verbunden.“
Per Fax erhielt sie Informationen von Jacob Joseph Dogra, dem Generalvikar der Diözese: „Unsere Region und die Stadt Nowshera sind furchtbar getroffen. Wir sind sehr dankbar für Ihr Mitgefühl und für jede Hilfe, die Sie uns gewähren können.“ Er berichtet von mehr als 300 Familien, die als Flüchtlinge in einer katholischen Schule Schutz gesucht haben. Auch in weiteren Schulen – darunter zwei, deren Wiederaufbau nach einem Erdbeben vom Kindermissionswerk gefördert wurden – befinden sich Flüchtlinge.
Notfallversorgung für die Kinder und nachhaltige Hilfe
Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks, bittet um Spenden für die betroffenen Kinder. „In Absprache mit Generalvikar Dogra und anderen Projektpartnern helfen wir, damit die Kinder zunächst eine Notfallversorgung erhalten, bis wir daran denken können, die zerstörten Gebäude der Schulen, Kinderhäuser und Kindergärten wieder aufzubauen und neu auszustatten. Auch hier wird das Kindermissionswerk bei der Finanzierung helfen.“
Regen lässt Hütten einstürzen
Die Diözese Faisalabad ist von der Flutkatastrophe weniger stark betroffen. Dies bestätigte der Bischof der Diözese, Joseph Coutts, in einer E-Mail. Trotzdem gebe es große Schäden, die durch den heftigen Regen verursacht wurden. Er schreibt: „Die ärmeren Menschen in ihren einfachen Hütten, die aus hölzernen Balken, Blättern und Lehm bestehen, sind die Opfer. Bei einer ersten Erkundung der Diözese haben wir gesehen, dass rund 120 Hütten von Christen aufgrund des Regens eingestürzt sind. Und wir erwarten noch mehr Regen.“
Wasser steht über vier Meter hoch
Pfarrer Waseem Walter, ein weiterer Projektpartner des Kindermissionswerks in der Diözese Faisalabad, berichtete von 18 Dörfern, die überschwemmt wurden. Er und ein Team seiner Kirchengemeinde fuhren in eines der am schlimmsten betroffenen Gebiete im Distrikt Jhang. Das Wasser stehe dort über vier Meter hoch und seit drei Tagen gebe es heftigen Regen. Immer noch seien keine Vertreter der Regierung in das Gebiet vorgedrungen. Mit einem Boot besuchte Pfarrer Walter betroffene Familien und sprach persönlich mit ihnen. „Die Frauen und Kinder haben große Angst, denn sie leben im Wasser in ihren zerstörten Hütten. Die Männer können nicht zur Arbeit gehen in dieser unsicheren Situation, müssen sie doch auf die Familie aufpassen, besonders auf die Kinder, die Alten und die Frauen“, schreibt der Pfarrer in einer E-Mail. Es mangele an Trinkwasser und an Lebensmitteln, denn die Leitungen und Pumpen sind zerstört worden, die Essensvorräte durch das Wasser unbrauchbar geworden. Er möchte so bald wie möglich die Familien mit Lebensmitteln, Kleidung und Medizin versorgen.
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