HELFEN > Blick nach vorne ist wichtig

Zahlen - Daten - Fakten

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ hat mit seinen Partnern

  • im Jahr 2010 nach dem Erdbeben 73 Projekte mit 5,7 Millionen Euro gefördert

  • im Jahr 2011 insgesamt 63 Projekte mit einer Gesamtsumme von 4,8 Millionen Euro gefördert

Foto: Alice Smeets/Kindermissionswerk

Hilfe für Haiti – jetzt und auch später!

"Wenn alles in Trümmern liegt, müssen wir schnell Hilfe für den Wiederaufbau bereitstellen. Besonders die Kinder brauchen eine Perspektive." (Gotthard Kleine, Geschäftsführer Kindermissionswerk) Foto: Alice Smeets/Kindermissionswerk

Anderson war ein Junge, der besonders gerne zeichnete, der kleine Rosnel hatte ein sanftes Lächeln und war sehr intelligent, er übersprang jedes Jahr eine Schulklasse und hatte große Träume für die Zukunft. Hermane und Fedem waren liebe und sehr ruhige Jungen, sie stammten aus einem kleinem Dorf in den Bergen. Das schreibt Marie Josée Laguerre von der Haiti-Kinder-Hilfe, einer Partnerorganisation des Kindermissionswerks „Die Sternsinger", in einer E-Mail.

Acht ihrer Schützlinge sind nicht mehr am Leben, sie alle wurden beim Erdbeben in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar verschüttet. Alle hatten sie in dem Kinderheim in Port-au-Prince eine Zuflucht gefunden. Nun ist dieses Zuhause zerstört. Die Haiti-Kinder-Hilfe ist eine der Partnerorganisationen in Haiti, die das Kindermissionswerk „Die Sternsinger" schon seit Jahren unterstützt.

Gemeinsam mit den Partnern hat das Kindermissionswerk in den letzten Jahren Schulen, Kinderheime und Straßenkinderprojekte ins Leben gerufen und betreut. Diese Arbeit liegt nun vielerorts in Trümmern. Schnelle Nothilfe aber auch langfristige Perspektiven durch Wiederaufbau und weitere Unterstützung sind dringend nötig.

Hilfe muss auch nachhaltig sein

Das Kindermissionswerk sei zwar kein Werk, das normalerweise Katastrophenhilfe leistet, betont Geschäftsführer Dr. Gotthard Kleine, dennoch wurden aus Aachen 100.000 Euro  für die Projektpartner als Soforthilfe überwiesen. „Unsere Partner brauchen jetzt Hilfe und da helfen wir natürlich schnell. Wir unterstützen die Menschen in den Projekten seit vielen Jahren, das haben wir vorher getan, das tun wir jetzt und das werden wir auch in Zukunft machen", sagt Kleine weiter.

Jeden Tag, jede Stunde wird deutlich, wie dringend die Partner Hilfe benötigen. Besonders klar wird das, wenn solche erschütternde Berichte das Kindermissionswerk erreichen: „Alle Einrichtungen der Salesianer Don Boscos in Port-au-Prince sind betroffen, sie sind zum Teil ganz zerstört oder stark beschädigt", berichtet Pater Pere Atilio Stra aus Port-au-Prince. „Vier unserer Mitbrüder wurden tödlich verletzt. Man vermutet, dass bis zu 500 Kinder und Jugendliche verschüttet wurden, als das Straßenkinderzentrum Lakay und die technische Schule ENAM in Port-au-Prince zusammenbrachen. 54 kleine Schulen sind dem Erdboden gleich."

Nothilfe, das ist das Wort der Stunde - Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung ist das, was die Menschen auf Haiti dringend brauchen.

Wichtig ist der Blick nach vorne

„Wir werden jetzt schon weiter nach vorne sehen. Wenn alles in Trümmern liegt, dann müssen wir auch schnell Hilfe für den Wiederaufbau bereitstellen. Besonders die Kinder brauchen eine Perspektive", sagt Gotthard Kleine. „Dafür müssen Schulen wieder aufgebaut, Kindergärten und Heime repariert werden. Viele Kinder werden psychische Betreuung brauchen, alles das sind Aufgaben, die wir jetzt schon angehen werden."

Um so schöner, das wieder viele hunderttausend Kinder in Deutschland als Sternsinger verkleidet von Tür zu Tür gezogen sind um zu segnen, zu singen aber eben auch um für Kinder in der Welt zu sammeln. Das auf diese Weise bei der Aktion Dreikönigssingen gesammelte Geld kommt vielen Kindern und deren Familien auf der Welt zugute - auch in Haiti.