Interview mit Pater Manuel Hernandez
Kenia: Bildungs- und Ernährungsprojekte in der Diözese Lodwar
Projektnummer: A 08 0130 002
Die Diözese Lodwar liegt mitten in einer Halbwüste in Kenias Norden. Viel näher als die Hauptstadt Nairobi sind hier die Nachbarländer Uganda, Sudan und Äthiopien. Die Gegend ist sehr karg. Die Menschen, die dort leben, waren früher Nomaden, inzwischen bleiben sie mehr und mehr an einem Ort. Doch Landwirtschaft ist ihnen immer noch fremd. Und der Staat ist in dieser Gegend kaum präsent, die Diözese kümmert sich um viele soziale Projekte. Finanzielle Unterstützung bekommen sie dabei von den Sternsingern aus Deutschland: Mit Geld für Brunnenbohrungen, Gemüseanbau und Kindergärten zum Beispiel. Pater Manuel Hernandez lebt seit 14 Jahren dort und kümmert sich um die Finanzen, die Planung und die Durchführung der Projekte.
Was berührt Sie besonders, wenn Sie Ihre jahrelange Arbeit in Nordkenia betrachten?
Es ist sehr befriedigend zu sehen, wenn sich die Lebensqualität der Menschen verbessert. Und vor allem ist es toll zu beobachten, wie manche der Armut der Nomadenfamilien entkommen. Am Anfang meiner Zeit hier habe ich zum Beispiel einen Jungen kennen gelernt, der heute 31 Jahre alt ist, die Uni abgeschlossen hat und für eine Organisation im Kongo arbeitet. Andere arbeiten für die Distriktverwaltung.
Welche Rolle spielt Wasser für die Menschen im Distrikt Turkana?
Das ist eine sehr trockene Gegend hier. Es regnet vielleicht zwei Mal im Jahr. Früher ging selbst dieses Wasser verloren. Inzwischen wird Wasser in Erdschleusen aufgefangen und für die Trockenzeit gespeichert. Meist reicht es bis zum nächsten Regen. Wasser spielt aber auch bei anderen Projekten eine zentrale Rolle. So achten wir zum Beispiel darauf, dass es in den Kindergärten Wasser gibt, denn zu Hause haben viele Kinder kein Wasser zum Duschen und Wäsche waschen.
Was brauchen die Kinder in Turkana am meisten?
Ernährung und Bildung. Wir versuchen beides zu verbinden und bieten in den Kindergärten auch eine Speisung an. So fällt es den Eltern auch leichter die Kinder von der Arbeit zu Hause oder mit den Tieren freizustellen.
Warum sind Kindergärten so wichtig?
Weil wir die Kinder auf die Schule vorbereiten. Viele, die nicht in den Kindergarten gehen, fangen auch nicht rechtzeitig mit der Schule an, später wird es dann viel schwieriger. Beim Heranwachsen bekommen viele, die nicht in der Grundschule waren, Komplexe. Sie würden das dann vielleicht gerne nachholen, doch die Überwindung ist enorm.
Wenn Sie sich die Projekte in der Diözese anschauen, was ist da Ihr größter Wunsch?
Unsere Projekte sind auf Dauer angelegt. Kurzfristig sieht man kaum Resultate. Erst nach zehn Jahren kann man sehen, was aus den Kindern geworden ist. Deshalb ist mein größter Wunsch, dass wir auch in Zukunft Menschen finden, die diese langfristigen Projekte verstehen und finanzieren.
Interview: Claudia Rittel
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