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Leben mit HIV/Aids

Menschen aus den Projekten des Kindermissionswerks erzählen

Vannak und Sovanny mit ihrer Großmutter Nieu Kong.
Fotos: Gereon Wagener/Let's help

„Ich möchte meinen Eltern helfen, wenn sie müde und krank sind“

Die Schwestern Vannak und Sovanny leben gemeinsam mit ihren Eltern, ihrem kleinen Bruder und der Großmutter in einer kleinen Hütte am Stadtrand von Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Obwohl ihre Familie sehr arm ist, dürfen Vannak und Sovanny zur Schule gehen.

Nach dem Unterricht helfen sie zu Hause und unterstützen ihre Eltern, so gut sie können. Sowohl die Mutter, als auch der Vater sind bereits an Aids erkrankt. Während Sovanny für die gesamte Familie kocht und das Haus sauber macht, kümmert sich Vannak um den einjährigen Bruder. Die Großmutter verdient etwas Geld mit Feldarbeit. Doch mit ihren 75 Jahren kann sie nicht mehr den ganzen Tag in der Hitze arbeiten. So lebt die Familie von dem kleinen Einkommen, das der Vater auf der Baustelle und die Mutter mit Müllsammeln verdienen. Der sechsköpfigen Familie stehen pro Monat gerade einmal 240.000 Riel, knapp 40 Euro, zur Verfügung. Die Schulausbildung von Vannak und Sovanny wird durch den Don Bosco Children Fund getragen. Da die kleine Vannak selber auch HIV positiv ist, kümmern sich die Mitarbeiter des Don Bosco Projekts auch darum, dass sie medizinisch überwacht und regelmäßig im Krankenhaus untersucht wird.

Für die Zukunft hat die Zwölfjährige konkrete Pläne. „Ich möchte Schneiderin werden“, sagt Vannak und strahlt. Ihre 14-jährige Schwester Sovanny hingegen möchte Krankenschwester werden. „Ich möchte eines Tages in der Lage sein, meinen Eltern zu helfen und sie zu pflegen, wenn sie müde und krank sind und nicht mehr zur Arbeit gehen können.“

Die neunjährige Triline nimmt sein fünf Jahren antiretrovirale Medikamente.

Triline ist auf die Aids-Medikamente angewiesen

Jeden Morgen pünktlich um halb sechs fährt Kim Song auf seinem Motorrad zum „Little Sprouts Children Home“ der Organisation Maryknoll. In dem Heim, in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh, leben 14 HIV-infizierte Kinder. In seiner Tasche hat der medizinische Assistent für jedes Kind die morgendliche Ration der antiretroviralen Medikamente, die für die Kinder lebensnotwendig sind. Ein Kind nach dem anderen schluckt die Pillen mit einem Glas Wasser. Auf einem speziellen Formular trägt Kim Song für jedes Kind die Medikamentenabgabe ein. Exakt zwölf Stunden später wiederholt sich dasselbe Procedere. Unmittelbar nach dem Abendessen erhalten alle Kinder die zweite Tagesration.

Die neunjährige Triline aus dem HIV/Aids-Programm des Don Bosco Children Fund ist eines der 53 HIV-infizierten Kinder, die dringend auf die Aids-Medikamente angewiesen sind. Ihre Eltern hat sie bereits beide an den Folgen der Krankheit verloren. Triline fühlt sich im Kreis der anderen Kinder sehr wohl.