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Ilha de Deus, Brasilien

Auf der Insel Gottes für ein besseres Leben lernen


Fotos: Kindermissionswerk

Beißender Geruch macht sich breit auf der Flussinsel „Ilha de Deus” - der Insel Gottes. Es ist einer dieser Morgen, an dem es beinahe unerträglich heiß ist, in einem der schlimmsten Elendsviertel im Süden der brasilianischen Millionenstadt Recife. Auf Ilha de Deus leben etwa 2.500 Menschen auf engstem Raum, vergessen von den Behörden und allein auf sich gestellt. Ein Leben geprägt von Drogen, Gewalt, Arbeitslosigkeit, Hunger und Verwahrlosung. Nur eine Hängebrücke verbindet die Flussinsel mit dem Festland. Strom, Wasser oder Kanalisation gibt es nicht.

 

Wie jeden Morgen bereitet sich die brasilianische Ordensschwester Irma Aurieta auf den Tag vor. Heute werden wieder etwa 200 Kinder und Jugendliche aus dem Viertel zu ihr und den anderen Helfern in das Sozialzentrum, das „Centro Educacional Popular Saber Viver“, kommen. Die Kleinkinder werden dann im hauseigenen Kindergarten von Erzieherinnen betreut. Eine Fürsorge, die sie zu Hause so nicht erfahren könnten. Alle erhalten täglich eine warme Mahlzeit, Obst und Gemüse und sauberes Wasser zum Waschen. Es ist also noch jede Menge zu tun.

Vor- und nachmittags gehen die Kinder in die staatlichen Schulen auf dem Festland. Schwester Aurieta lächelt bei dem Gedanken, dass das Sozialzentrum gleich voller Leben sein wird: Hausaufgabenbetreuung, Sport, Spiel, Tanz, Kunst, und berufsbildende Maßnahmen stehen auf dem täglichen Plan der Helfer.

Auch der psychologische Beistand ist sehr wichtig. Besonders die Mädchen und Frauen sind häufig benachteiligt und haben kein Selbstwertgefühl mehr. Die Gewalt beginnt in der Familie, die Mädchen werden von ihren Vätern und anderen Familienmitgliedern missbraucht. Sie werden durch Gespräche, Tanz und Rollenspiele bestärkt, ihre Probleme anzupacken und gemeinsam ihr hartes Leben zu meistern.

Schwester Aurieta ist das Herz dieses Projekts, sie unterstützt zahlreiche Initiativen im Viertel mit einer beeindruckenden Stärke, daher ist sie bei den Menschen sehr bekannt und beliebt. Mit ihrer Hilfe gründeten die Inselbewohner den Einwohnerrat, um ihre Rechte durchsetzen zu können und das Gesicht der Insel zu verbessern.

Schwester Aurieta wirft einen Blick auf die verwahrlosten Hütten aus Pappkarton, Plastiktüten, Resten von Wellblech und angeschwemmten Holz. Müll und Abwasser sammeln sich im Schlamm an den Flussufern. Sie riecht den scharfen, unangenehmen Geruch. Sie blickt mitten ins Elend. Aber es ist die Insel Gottes.

"Wird es ein Tag wie jeder andere auch?" - Nicht ganz: Für die Kinder des Projekts wird es ein Tag mit ein bisschen mehr Hoffnung auf eine bessere Zukunft als gestern.


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