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Reiseberichte aus aller Welt

Ein Ofen macht Schule

Kinder im Senegal lernen den schonenden Umgang mit der Natur

Aicha, die beiden Philippas und ihre Freundinnen und Freunde aus dem senegalesischen Ndondol sind den meisten Sternsingern inzwischen wohlbekannt. Gemeinsam winken sie vom Plakat zur 52. Aktion Dreikönigssingen, und im Film zur Aktion sind sie die Hauptdarsteller. Die Kinder besuchen die fünfte Klasse der katholischen Grundschule „Johannes Paul II.“, die aus Mitteln der Aktion Dreikönigssingen unterstützt wird. Und dort lernen die Mädchen und Jungen tatsächlich fürs Leben – zum Beispiel den schonenden Umgang mit Holz.

Energiespar-Öfen schonen nicht nur die Umwelt und verringern die Abholzung der ohnehin wenigen Bäume. Sie sorgen auch dafür, dass die Mädchen in Ndondol mehr Zeit für die Schule haben. Denn das Holzsammeln ist im Senegal Mädchensache und ziemlich zeitaufwändig.

Um Holz zu finden, muss Aicha in der heißen senegalesischen Savanne weite Wege zurücklegen. Fotos: Stefanie Wilhelm

Aicha bückt sich und hebt einen trockenen Ast auf. Sie geht ein paar Schritte und bückt sich wieder. Es ist heiß. Die 12-Jährige wischt sich den Schweiß von der Stirn. Einen Ast nach dem anderen sammelt das Mädchen vom kargen Boden der Savanne auf. Mit einem bunt gemusterten Tuch knotet sie das Holz zu einem Bündel zusammen und setzt es sich auf den Kopf. Aicha muss sich beeilen. Zuhause wartet ihre Mutter schon auf das Feuerholz. Sie braucht es, um das Abendessen für die Familie kochen zu können.

In Ndondol, einem Dorf im Nordwesten des Senegals, lebt Aicha mit ihren Eltern und ihren fünf Geschwistern. Wie die meisten hier wohnt die Familie in einer einfachen Strohhütte. Strom oder fließendes Wasser gibt es nicht. Gekocht wird traditionell in einem großen Topf über dem offenen Feuer. Dass immer ausreichend Feuerholz vorhanden ist, dafür müssen im Senegal die Mädchen der Familien sorgen.

Über eine Stunde muss Aicha laufen, um ihr Bündel nach Hause zu tragen. Dornen pieksen durch das Tuch und ziepen an ihren Haaren, und nur selten spendet ein Baobab-Baum Schatten. Aber Aicha ist guter Dinge: „Früher musste ich mindestens zweimal am Tag Holz holen, manchmal sogar noch vor der Schule“, sagt sie. „Dann war ich im Unterricht sehr müde. Seit wir den neuen Ofen haben, gehe ich nur noch ein paar Mal in der Woche. Das Holz reicht jetzt für mehrere Tage!“

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