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Zukunft für die Kinder der Müllhalde in Mexico-City

... Reportage: Treffpunkt Müllhalde
... Reisetagebuch: Lisa in Mexiko

Arbeiten auf der Müllhalde

Maltherapie hilft den Kindern
Die Maltherapie hilft, den Kindern, ihre traumatischen Erlebnisse zu überwinden.
Hinter den Hütten türmen sich die Müllberge der Millionenstadt Mexiko-City. Ein paar wenige Pesos lassen sich mit Papier, Plastik und Blech noch verdienen
Estéban, vier Jahre alt, ist seit einem Jahr im Kindergarten. Anfangs war er extrem schüchtern, hat sich im Hof vor den spielenden Kindern versteckt, traurig zu Boden geschaut und nicht gesprochen. Sein Vater hat ihn entweder gar nicht beachtet oder geschlagen. Bis heute lehnt er seinen Sohn ab und sieht ihn kaum.
Estébans Augen leuchten, wenn er mit den anderen auf der Terrasse malen darf. Er experimentiert herum und mischt die Farben mit Wasser. Oben malt er seine Kindergartentasche und unten einen kleinen Hund. Zu den anderen Formen sagt er nichts. .
Fotos: Bernadette Kalz

„Wer mit dem Müll der Großstadt arbeitet, wird auch als solcher behandelt.”
Das ist die bittere Erfahrung tausender Menschen, die auf den ausufernden Müllhalden der Millionenstadt Mexiko-City, um ihr Überleben kämpfen. Im Laufe der Jahre ist die Siedlung Nezahualcóyotl neben dem riesigen Müllberg am Rand der Metropole fast selbst eine Großstadt geworden. Sie ist Heimat vieler Menschen, die voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft vom Land tagtäglich in die Stadt strömen, die mit mehr als 22 Millionen Einwohnern eine der größten Städte der Welt ist.

Ihre Träume von Sicherheit, Glück und einem besseren Leben zerplatzen so gut wie immer wie Seifenblasen. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal, der Verdienst extrem niedrig. Die aus Holz, Planen und altem Wellblech notdürftig errichteten Hütten sind ohne Wasser und Strom. Auf engstem Raum hausen hier die Familien - Eltern, Kinder, Enkelkinder, alle unter einem Dach. Eine „Müllmafia” wacht streng über die Bewohner der Elendsviertel und ihr Tun.

Kinder leiden unter vielfältiger Gewalt
Besonders schlimm ist die Situation für die Kinder. Sie leiden nicht nur unter der starken Luftverschmutzung und dem beißenden Gestank des Mülls. Die schwierigen Lebensverhältnisse führen zu familiären Konflikten, die sich immer wieder in Gewalt entladen. Die Gewalt „daheim” hat für die Kinder viele Gesichter: Schläge mit Stock und Gürtel, Vernachlässigung, fehlende Hygiene, schlechte und mangelhafte Ernährung, zerrüttete Familienverhältnisse sowie sexueller Missbrauch.

Ein schützendes Zuhause in den Kindergärten der „Fundación”
Seit Jahren setzen die Menschen im Müllviertel von Nezahualcóyotl ihre ganze Hoffnung auf Pater Roberto Guevara Rubio  und die von ihm gegründete Stiftung für Erziehungshilfe, die „Fundacíon para la Asistencia Educativa” (FAE).

Rund 550 Kinder im Alter von wenigen Monaten bis zu sechs Jahren finden in den drei Kindertagesstätten für ein paar Stunden am Tag ein schützendes Zuhause.

Die Stiftung kümmert sich um die Jüngsten und holt sie raus aus der häuslichen Enge und dem Schmutz. In den drei Kindergärten der Fundación können rund 550 Kinder im Alter von wenigen Monaten bis zu sechs Jahren für einige Stunden unbeschwert spielen, malen, tanzen, singen und neue Dinge lernen – alternative Früherziehung auch als Vorbereitung auf einen späteren Schulbesuch. Hier bekommen sie zwei warme Mahlzeiten und werden von Ärzten medizinisch versorgt. Unter Leitung einer Kunstlehrerin und Kinderpsychologin werden 150 verhaltensauffällige Kinder in einer Mal- und Spieltherapie psychologisch betreut.

Das Kindermissionswerk unterstützt – in Kooperation mit der Egidius-Braun-Stiftung des DFB (Deutscher-Fussball-Bund) – die Arbeit der Fundación und besonders das therapeutische Programm.


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